Ingolstadt Wer künftig selbst Brennholz im Stadtwald von Ingolstadt schlagen will, braucht neben der entsprechenden Schutzkleidung auch einen Motorsägenkurs. Diese Neuerung ist eine unabdingbare Voraussetzung, weil die Stadt ihren Wald inzwischen zertifizieren hat lassen.
Damit, so Andreas Naumann vom städtischen Forstamt, habe man gar keine andere Wahl mehr, denn wenn es zu Unfällen mit nicht berechtigten Personen kommt, drohen hohe Forderungen der Versicherungsgesellschaften.
Aber diese rechtlichen Komponenten sind für Naumann und seine Forstleute eigentlich ohnehin zweitrangig, denn in erster Linie geht es um die Sicherheit der so genannten Selbstwerber im Stadtwald. Und manche von ihnen haben in der Vergangenheit leidvoll erfahren müssen, dass der Umgang mit der Motorsäge schmerzhaft und folgenreich sein kann. "Wir haben jedes Jahr leider ein paar sehr ekelhafte Unfälle bei den Selbstwerbern", meinte Naumann auf Anfrage unserer Zeitung. Vor allem fließe dann Blut, wenn dem Motorsägenführer Helfer zuarbeiten. Dabei sei nicht selten zu beobachten, dass dünne Stämme von einer Person gehalten werden, während die andere sie abschneidet - eine Arbeitsweise, die zu schrecklichen Verstümmelungen führen kann.
Rund 300 Selbstwerber holen sich jedes Jahr vornehmlich ab Herbst ihr Brennholz aus dem städtischen Waldungen. Wer wieder zum Zug kommen will, braucht ab sofort besagten Kurs, den auch das städtische Forstamt anbietet (Anmeldungen täglich zwischen 8 und 13 Uhr unter 08405/228). Dieser Kurs klärt über Unfallverhütungsvorschriften ebenso auf wie über effiziente Arbeitsweisen und vermittelt Grundkenntnisse über die Motorsäge und anderes Werkzeug. Wer an dem Kurs teilnehmen will, braucht auch die vorgeschriebene Schutzkleidung, die bei der Waldarbeit natürlich dann später auch getragen werden muss. (haju)
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