Mehrere Zeugen manövrieren sich während eines Schlägerei-Prozesses in schwammige Aussagen. Zwei Männer gehen in Untersuchungshaft, ein dritter Zeuge schweigt. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt Von Sebastian Hofmann

Richter und Staatsanwältin wollten den beiden jungen Männern eine faire Chance geben: Sie hätten ihre Aussagen noch widerrufen oder dem Gesagten etwas hinzufügen können. Doch die Männer blieben hartnäckig. Genau so, wie sie es geschildert haben, habe es sich in der Nacht des 13. August abgespielt. Ihr Kumpan, ein 20-jähriger Neuburger, habe niemanden geschlagen.
Unglaubwürdig, befanden Amtsrichter Matthias Ernst und Staatsanwältin Astrid Lindinger. Letztere ließ die beiden Zeugen in Handschellen von der Neuburger Polizei zur Untersuchungshaft abführen.
Es standen gestern Vormittag zwei Aussagen gegeneinander. Bis zur Hälfte des Geschehens stimmten der Angeklagte, das vermeindliche Opfer sowie die vier Zeugen beider Seiten sogar überein. In der fraglichen Nacht hatte ein 22-Jähriger aus einer südlichen Landkreisgemeinde nach einen Diskobesuch ein Auto aufgehalten, weil er nicht zu Fuß gehen wollte. Ein Auto hielt an, darin saß der Angeklagte.
Weil das vermeindliche Opfer die Straße versperrte, seien alle fünf Insassen des Wagens ausgestiegen und hätten den 22-Jährigen auf die Seite bugsiert. Es war zu einer kleinen Rangelei ohne Folgen gekommen. Danach seien alle Fünf wieder in das Auto gestiegen und weitergefahren. Und genau hier unterschieden sich die Darstellungen der insgesamt acht Beteiligten.
Fakt ist: In jener Nacht wurde dem 22-Jährigen mit mehreren Schlägen ins Gesicht die Nase gebrochen. Außerdem erlitt er Prellungen im Augenbereich. Der Geschädigte und zwei Zeugen sind sich sicher: Einer der fünf Wageninsassen war dafür verantwortlich. Keiner der drei benannte den 20-Jährigen aber mit hundertprozentiger Sicherheit als Täter. Er sei es aber „höchstwahrscheinlich“, der er der einzige Mann mit dunklerem Hautton im Wagen gewesen ist.
Der Angeklagte und zwei Zeugen - jene Männer, die von der Polizei gestern abgeführt wurden - bestritten die Faustschläge. Sie seien nach der ereignislosen Rangelei weitergefahren. Amtsrichter Ernst unterbrach die Verhandlungen. Sie sollen am Montag fortgesetzt werden, dann soll ein weiterer Zeuge gehört werden.
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