Donnerstag, 18. Januar 2018

05. Juli 2010 05:34 Uhr

Rettet Knut!

Ingolstadt Klimagipfel in Ingolstadt? Noch nie gehört? Doch, es gibt derzeit tatsächlich einen Klimagipfel in der Stadt, und der tagt im Theater. Bei dem integrativen Theaterprojekt bringen die zehn Laienschauspieler im Alter von 23 bis 70 Jahren einen ordentlichen Teil ihrer Biografie mit auf den Klimagipfel. Das Publikum sitzt zusammen mit den Akteuren am riesigen Konferenztisch, der die Bühne einrahmt, und darf gelegentlich mitkonferieren oder sich zum Gruppenfoto aufstellen. Von Volker Linder

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Das Theaterprojekt Klimagipfel ist ein Spiegel der öffentlichen Diskussionen, der Medienhysterie, der widersprüchlichen wissenschaftlichen Positionen zum Thema Klimawandel. Von der ersten Minute ist klar: Hier gibt es keine Wahrheit, noch nicht einmal eine klar erkennbare Lüge, sondern nur eine von unterschiedlichen Interessengruppen inszenierte Show um Erderwärmung, CO²-Ausstoß, und Eisbärenromantik. Wie immer geht es auch hier um knallharte wirtschaftliche Interessen.

Also schmeißt der jüngste Teilnehmer des Spielklubs, Baris Tangobay, gleich zu Anfang mit Geld um sich: Als Mitarbeiter der fiktiven Firma Secure Conference legt er sich ordentlich ins Zeug, um die gesamte Ingolstädter Innenstadt vor befürchteten Ausschreitungen abzuschotten. Wie die anderen Teilnehmer des Spielklubs von Theaterpädagogin Gabriela Gillert, spielt Tangobay nicht nur unter seinem Namen, sondern in Ansätzen auch sich selbst. Aus der Perspektive eines aus der Türkei stammenden Migranten wird der ganze Zynismus und die Absurdität der Klimadiskussion noch deutlicher.

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Autobiografischer Ansatz

Der autobiografische Ansatz ist die Stärke der Inszenierung. Die Schauspieler gaben bei der Premiere am Freitag alles: Herzerweichend Thomas Amberger, der aus seiner gehandicapten Lage den Klimagipfel reflektiert, das heißt Eisbären liebt und im wuscheligen Bärenkostüm auf seine Weise versucht, Knut und Co. zu retten. Ute Krug, Brigitte Renner, Willi Pittroff, Uta Scheffel, Ursula Kirchner und Gabriele Bauer überzeugen durch engagierte Auftritte als Audi-Mitarbeiterin über die Großmehringer Häuslebauerin bis hin zu einem schon fast wahnsinnigen Al Gore. Berenice Cottens dreht in einer ebenso engagierten wie erfolgreichen Power-Point-Präsentation dem eilig einberufenen Ingolstädter Stadtrat ein ausuferndes Solarkraftwerk auf der grünen Wiese an und Manuel Höchbauer kocht Co²-Neutral seine Gemüse-Dinkel-Pfanne. Applaus für einen etwas anderen Klimagipfel, der einen ratlos zurücklässt und eben damit ganz nah an der Wirklichkeit dran ist.

Weitere Vorstellungen am Dienstag, 6. und Donnerstag, 8. Juli im Kleinen Haus des Theater Ingolstadt. Beginn ist um 20 Uhr.

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Schlagworte

Türkei | Ingolstadt | Al Gore

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