Manuela Scherer vom Neuburger Tierheim ist es nicht ganz geheuer, wenn sie den neuesten "Gast" der Tierstätte in den Händen hält. Der Neuankömmling ist ungefähr 30 Zentimeter groß, wiegt um die zehn Kilogramm und hört im Tierheim auf den Namen "Schnappi". Nicht zun unrecht. Von Florian Eisele
Von Florian Eisele
Neuburg. Manuela Scherer vom Neuburger Tierheim ist es nicht ganz geheuer, wenn sie den neuesten "Gast" der Tierstätte in den Händen hält. "Ich weiß ja, dass sie mich nicht erwischen kann, aber ich erschrecke doch, wenn sie zuschnappt", sagt sie. Der Neuankömmling ist ungefähr 30 Zentimeter groß, wiegt um die zehn Kilogramm und hört im Tierheim auf den Namen "Schnappi", schließlich geht es hier um eine Schnappschildkröte.
Am vergangenen Montagabend ist das wohl ausgesetzte Tier von einer Fußgängerin am Ufer des Weihers in Zuchering gefunden worden. Die Finderin gab es zuerst im Tierheim Ingolstadt ab, von wo es nach Neuburg gebracht wurde.
Der Name "Schnappi" ist in der Tat Programm, denn mit seinem beweglichen Kopf kann das Tier blitzschnell und kraftvoll zubeißen. Zusammen mit der Tatsache, dass diese Schildkrötenart bevorzugt unter der Wasseroberfläche lauert und erst spät zu sehen ist, ist mit Schnappi nicht zu spaßen. "Das kann böse enden, wenn so ein Tier einen Finger zu fassen bekommt", erklärt Manuela Scherer ihren Respekt vor der Schnappschildkröte, die sich ausschließlich von Fleisch ernährt.
Lange wird Schnappi aber nicht bei Manuela Scherer bleiben, sondern noch in dieser Woche in die Reptilienauffangstation nach München umziehen. "Wir haben eigentlich gar nicht die Möglichkeiten, diese Schildkrötenart hier zu beherbergen", sagt sie. Denn die Schnappschildkröte ist normalerweise in Nord- und Mittelamerika heimisch und bevorzugt deswegen wärmere Temperaturen: "Wir müssten eine eigene Anlage bauen, wenn wir sie behalten wollten."
Wem die Schildkröte gehört, lässt sich wohl schwer ausfindig machen, weiß Scherer. "Oft ist es so, dass die Leute die Tiere aussetzen, weil sie damit nicht mehr zurechtkommen." Problematisch ist das vor allem deswegen, weil die Tiere keine natürlichen Feinde haben und flugs ein Gewässer leerfressen. Vermittelbar sind Schildkröten nur schwer. Deswegen wird sich Schnappi wohl auf einen langen Aufenthalt in der Reptilienauffangstation München einstellen müssen.
Wer vermisst Schnappi? Hinweise ans Neuburger Tierheim, Telefon 08431-44288
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