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18. März 2010 19:35 Uhr

Rachefeldzug angekündigt

Schüler: "Bauch aufschlitzen"

Ein 14-jähriger Schüler hat an einer Neuburger Schule einen Amoklauf angekündigt.

Im Dezember vergangenen Jahres hat ein 14-Jähriger an einer Neuburger Schule auf dem Pausenhof einen Amoklauf angekündigt.

"Ich werde dem Rektor den Bauch aufschlitzen und seine Gedärme herausreißen", hat der Schüler vor Klassenkameraden verkündet und konkrete Lehrer genannt, die er umbringen will. Dann hat er Gleichaltrige aufgefordert, sich am Amoklauf zu beteiligen. Die Schüler nahmen ihren Klassenkameraden ernst und meldeten dessen Ankündigung der Schulleitung.

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So selbstbewusst der Junge aus Neuburg noch auf dem Schulhof seinen Rachefeldzug heraus posaunte, so reuig und kleinlaut saß er am Donnerstag auf der Anklagebank im Neuburger Gerichtssaal. Inzwischen hat er seinen 15. Geburtstag gefeiert. Seine Mutter stärkte ihm den Rücken, saß während der Verhandlung hinter ihm. Die Störung des öffentlichen Friedens wurde ihm zur Last gelegt. "Es tut mir leid, dass ich das gesagt habe", sagte der schmale Junge mit erstickter Stimme. Für ihn sei das alles Spaß gewesen. "Es haben eigentlich alle gelacht." Und gerade an diesem Tag habe er sich so über seine Lehrer geärgert.

Nach und nach erzählte der Jugendliche Richter Gerhard Reicherl, wie er am Morgen jenes Tages zum Direktor zitiert worden war. Angeblich hätte er in einem Internetforum über eine Lehrerin geschrieben, sie sei "so schlimm wie Adolf Hitler". Der 15-Jährige hatte es abgestritten. Doch die Lehrer hätten ihm nicht geglaubt, ihm sogar mit einem Schulverweis gedroht. Seinem Frust habe er dann auf dem Pausenhof freien Lauf gelassen und eben mit drastischen Worten seine Rache angekündigt. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass das solche Konsequenzen hat", verteidigte sich der Schüler.

Schon lange bevor Richter Reicherl sein Urteil sprach, hatte der Junge, dessen Eltern geschieden sind, die Folgen seiner Aktion gespürt. Die Polizei rückte in der Schule an, er wurde im Direktorrat verhört, ins Landratsamt zitiert und schließlich von der Schule verwiesen. "Seine Schullaufbahn ist durchbrochen, denn keine vergleichbare Schule wollte ihn aufnehmen", sagte Hans Wörl von der Jugendgerichtshilfe. Schon während der Grundschulzeit sei der Junge wegen Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsschwäche im Krankenhaus behandelt worden. In der Schule sei er immer wieder aufgefallen, hätte auch Geld aus der Schulkasse gestohlen.

Trotz allem warb Wörl dafür, dem 15-Jährigen keine weiteren Strafen aufzuerlegen. Ein von ihm angeregtes Treffen - ein sogenannter Täter-Opfer-Ausgleich - zwischen den betroffenen Lehrern und dem Schüler wurde zwar vonseiten der Pädagogen abgelehnt. Doch der Schüler ist bereits in Therapie und wird vermutlich im Sommer mit seiner Mutter aus Neuburg wegziehen. "Er hat verstanden, was er losgetreten hat", so Wörl.

Dieser Meinung war auch Staatsanwältin Julika Stark, die zwar zwei Mal Freizeitarrest und 40 Sozialstunden für eine angebrachte Strafe hielt. Doch sie nahm dem Jungen seine ehrliche Reue ab.

Mit hängenden Schultern hörte der Schüler schließlich den Richterspruch. Reicherl verurteilte ihn wegen Störung des öffentlichen Friedens zu einem Wochenende Freizeitarrest. Sozialstunden muss der 15-Jährige nicht ableisten. Relevant war für den Jugendrichter vor allem, dass der Schüler schon vor seiner Ankündigung auf dem Pausenhof immer wieder auffällig war. "Die Lehrer haben Dir die Verwirklichung Deiner Drohung tatsächlich zugetraut", so seine Einschätzung. Deshalb sei auch die Reaktion der Schule so heftig ausgefallen und der Schulverweis ausgesprochen worden. Barbara Feneberg

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