Ingolstadt Brisante Daten aus dem Finanzamt Ingolstadt sind im April auf einem Flohmarkt aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Mitarbeiter des Amts juristisch dafür zur Verantwortung gezogen werden kann.
Ein Unternehmer aus Pappenheim wollte sich nur billige Festplatten auf dem Flohmarkt in Ingolstadt kaufen. Doch dann entdeckte er auf gleich zwei Datenträgern sensible Informationen verschiedener Finanzämter und meldete dies bei der Polizei. Einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung hat das Landesamt für Steuern auf NR-Nachfrage gestern bestätigt.
Die Herkunft einer dieser Festplatten dürfte zumindest geklärt sein. Ein Mitarbeiter der Ingolstädter Behörde hat sich bei der Kripo gemeldet: Es könne durchaus sein, so gab er an, dass er für die Datenpanne verantwortlich sei. Vermutlich hat er die ausgediente Festplatte mit nach Hause genommen und gegen eine neue ausgetauscht. Eine böse Absicht unterstellt ihm auch das Landesamt für Steuern in München nicht, doch ein Disziplinarverfahren gegen den Mann wurde bereits eingeleitet. Denn bei den Finanzämtern herrschen strikte Regeln, wie mit alten Computern und Datenspeichern umgegangen wird. Allem Anschein nach hatte der Mann die Festplatte vor dem Verkauf zwar neu formatiert und für einen Laien waren die Daten damit "weg" - nicht jedoch für Könner.
Auf den beiden Festplatten - eine betrifft vorwiegend den Bereich Traunstein - finden sich nach Auskunft des Landesamts keine umfangreichen Informationen zu einzelnen Steuerzahlern. "Der Steuerbürger war nicht in großem Umfang gefährdet", so ein Sprecher. Aber vor allem interne Daten der Ämter sind so an die Öffentlichkeit gelangt. »Bayern Seite 4
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: