Mittwoch, 19. Juni 2013

01. Mai 2012 12:29 Uhr

Sanierung in Mauern

Tierische Untermieter wirbeln Zeitplan durcheinander

Finanzierungslücke und geschützte Fledermausarten verzögern Renovierung des Kirchturms in Mauern. Maibowle und Chorauftritt sollen Spenden bringen Von Michael Geyer

Streng geschützte Fledermausarten und die marode Glocke verzögern die Renovierung des Turmes der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Mauern.
Foto: Michael Geyer

Es war alles perfekt durchgeplant, doch nun läuft wieder alles ganz anders. Die Renovierung des Kirchturmes der Mauerner Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ verzögert sich. Elisabeth Rehm, die als Mitglied des Pfarrgemeinderats in Mauern seit dem Tod des langjährigen Kirchenpflegers Max Schlamp vorübergehend auch noch dessen Aufgaben übernommen hat, verzweifelt aber nicht an der Situation, sondern sagt sich ebenso wie die anderen Pfarrgemeinderatsmitglieder. „Jetzt erst recht!“

Der bisherige Kostenvoranschlag für die Turmsanierung passt nicht mehr und der Baubeginn schiebt sich hinaus. Für die Bauverzögerung sind die Bewohner des Turms verantwortlich: das Graue Langohr, das Große Mausohr und die Breitflügelfledermaus – drei Fledermausarten, die alle auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Während der Zeit, wo sie ihren Nachwuchs im Gebälk des Turms aufziehen, sind nach dem Bescheid der Unteren Naturschutzbehörde keine Bauarbeiten erlaubt. Das heißt für die Mauerner, dass sie erst ab Anfang August ein Gerüst hochziehen und den Putz abschlagen können. Bis Ende März, wenn die geflügelten Untermieter aus ihren Winterschlafquartieren in ihre Wochenstube zurückkommen, sollen die Arbeiten auch schon wieder abgeschlossen sein.

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Ursache dafür, dass auch die Finanzierung nicht mehr passt, ist die große Glocke mit einem Meter Durchmesser. Sie wurde im Jahre 1598 vom Glockengießer Hans Sternecker gegossen und weist nach vielen Dienstjahren die typischen Ausschlagungen auf, die nur in einer Fachwerkstatt repariert werden können. Wie bei den Rennertshofener Glocken im vergangenen Jahr muss auch die Mauerner Glocke in einer Nördlinger Spezialwerkstatt durch Aufschweißen von Material verstärkt und dann durchgeglüht werden. Zudem braucht das Läutwerk einen neuen Klöppel. Das kostet ebenso Geld wie das Ausbrechen der Schalllöcher, damit man die Glocke aus dem Turm herausheben kann. Die Reparatur und der Mauerausbruch waren im bisherigen Kostenvoranschlag nicht aufgeführt, sodass rund 11000 Euro im Finanzbudget fehlen.

Einen ersten Schritt zur Deckung der Lücke unternehmen die Mauerner am 1. Mai: Der Rennertshofener Frauenchor „La Musica“ gestaltet um 19 Uhr eine feierliche Maiandacht mit, zu der die Pfarrei einlädt und zu Spenden aufruft. Nach der Maiandacht schenkt der Pfarrgemeinderat Maibowle aus, der Erlös geht ebenso in die Glockenkasse.

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