Neuburg Er ist fast fertig. Am neu gebauten Unterstand der Fischergassler auf dem Wohnmobilparkplatz an der Schlösslwiese fehlt nur noch das Blechdach. Ob es sich noch lohnt, dass sie es drauf machen, ist allerdings fraglich. Das Wasserwirtschaftsamt will nämlich, dass der Unterstand von dieser Stelle weg kommt und näher an den Damm heranrückt. Von Manfred rinke

Für die Wahl des Standortes hatten mehrere Ortstermine mit Fischergasslern, OB und Bauamt, Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt (WWA) stattgefunden. Danach sei Walter Hoferer vom WWA fest davon ausgegangen, dass der Unterstand nahe dem Damm gebaut wird. "Wir waren zwar auch davon nicht begeistert, weil die Stelle im Überschwemmungsgebiet liegt. Aber vom Grundsatz her ermöglichen wir, was machbar ist", sagte er gestern gegenüber der Neuburger Rundschau. Jetzt musste er erkennen, dass die sechs Stahlstützen mit der Holzkonstruktion obendrauf doch gegenüber und damit zu nahe am Wasser gebaut wurden. "Dieser Platz stand für uns nicht mehr zur Diskussion und dafür fehlt auch eine wasserrechtliche Genehmigung", erklärte er.
Ein Schwarzbau ist es indes nicht. Denn den Fischergasslern, die 1973 als Bürgerinitiative gegen die Ausbau- und Sanierungspläne der Stadt entstanden und seit 1981 ein eingetragener Verein sind, liegt eine Baugenehmigung der Stadt und eine Einwilligung des Landratsamtes für den jetzigen Standort vor. Umgeworfen wurden die Pläne bei einem letzten Vor-Ort-Termin, an dem das Wasserwirtschaftsamt aber nicht mehr teilgenommen hatte.
Für Robert Dießner, den stellvertretenden Leiter des Bauamtes der Stadt Neuburg, liegt offenbar ein "Missverständnis" vor. Nach den Aussagen Hoferers bei den vorangegangenen Terminen sei man jedenfalls davon ausgegangen, dass dieser Standort dem Wasserwirtschaftsamt recht sei. Die Behörde sei zwar gegen einen Platz direkt im Uferbereich gewesen. Aber wo oben auf dem Parkplatz gebaut würde, sei seiner Erinnerung nach unwesentlich gewesen.
Die jetzige Stelle wäre für die Fischergassler ideal, um ihre Zillen zur und von der Donau zu transportieren, um sie im Unterstand vor Regen und Sonne zu schützen, beschreibt Vorsitzender und 1. Kerzenmeister Sia Ettenreich. Stünde der Unterstand, wie vom WWA gefordert, nahe am Damm, müssten die Fischergassler ihre Zillen über den gesamten Parkplatz manövrieren. Ettenreich: "Und das machen Sie mal, wenn der Platz voll geparkt ist."
Aber wie es aussieht, wird das Wasserwirtschaftsamt die Stelle nicht akzeptieren. Stadt und Landratsamt haben auch schon einen neuen Antrag eingereicht für den Standort, den das WWA vorgeschlagen hatte. "Aber ich habe noch ein Begleitschreiben mitgeschickt, ob der jetzige Platz nicht doch geht", sagt Dießner. Weil die Stadt wegen der Genehmigung wohl eine Mitschuld trägt, müsste sie für die "Umzugskosten" aufkommen. Die Fischergassler rechnen dafür mit 3000 bis 5000 Euro. Der gesamte Unterstand kommt auf rund 10 000 Euro.
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