Das bayernweite Projekt „Stadt – Geschichte – Zukunft“ beginnt heute. Auch Neuburg stellt sich der Frage: Wie war unsere Stadt früher und wohin soll der Weg gehen?

Unter dem Motto „Stadt – Geschichte – Zukunft“ startet am heutigen Samstag, 12. Mai, ein bayernweites Festival, initiiert vom Netzwerk Bayerischer Städte e.V.. Die Veranstaltungsreihe dauert bis zum 31. Juli. 37 bayerische Städte nehmen teil und drehen in vielfältigen Aktionen das Rad der Zeit zurück. In unserer Region beteiligen sich Neuburg, Ingolstadt und Pfaffenhofen. Thematisch geht es in Neuburg im Stadtmuseum, Stadtarchiv, in Volkshochschule, Berufsschule und Tanzsschule um die jüngere Alltags- und Zeitgeschichte und um die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben?
Einen sichtbaren Startschuss zum Eröffnungstag selbst gab gestern die Neuburger Volkshochschule. Monika Burck-Schneider stellte zusammen mit dem Künstler Gerhard Brandl und dem Historiker Dr. Rudolf Oswald eine Litfasssäule auf dem Seter Platz auf, die nicht nur in ihrer Gestalt einer historischen nachempfunden ist, sondern auch Reproduktionen alter Anzeigen und Plakate trägt. Datiert sind sie so gut wie alle im Jahr 1912.
Darauf spiegelt sich das politische, vor allem aber das gesellschaftliche Leben Neuburgs kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wider: Viel Sport und viel Amüsement. „Es ist, als ob die Menschen damals geahnt hätten, welches Unheil ihnen bevorsteht und sie des halb das pralle Leben erst recht genossen hätten“, findet Monika Burck-Schneider.
Da werden Zirkusvorführungen angekündigt, Dressurreiterei, Zauberabende, ein Bauernball, ein Propagandaschwimmfest, ein Gauturnfest und, und, und. Originelle Formulierungen wie „Flastischer Balanceakt auf lebenden Piedestel“ laden zum Verweilen und Studieren auf dem Seter Platz ein.
Weniger zum Anfassen, denn als virtuellen Rundgang hat das Stadtarchiv unter Barbara Zeitelhack und Hedwig Machel das Thema aufbereitet. Per Mausklick können Internet-Benutzer sich durch Straßenzüge der Unteren Stadt bewegen und Einblicke in Häuser nehmen. Seit diesem Wochenende ist die Seite www.1a-Lage.neuburg-donau.de frei geschaltet. Wie sich die Geschäftswelt im Herzen Neuburgs zwischen 1900 und 2012 verändert hat, ist dort detailliert abrufbar.
Das Stadtmuseum hat seine Ausstellung bereits am 17. März eröffnet. Auch darin geht es um Veränderungen und Entwicklungen innerhalb der Stadtkulisse.
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