Dienstag, 21. November 2017

18. Juli 2010 20:15 Uhr

Vivat, crescat, floreat!

Neuburg "Tradition ist nicht Anbetung der Asche, sondern Weitergabe des Feuers." Unter dieses Zitat des österreichischen Komponisten Gustav Mahler hatte die Neuburger Studiengenossenschaft die Feierlichkeiten ihres 125-jährigen Bestehens gestellt und damit gezeigt, dass sie ihr Image als Verein ehemaliger, nun altgewordener Schüler, gezielt hinter sich lassen wollen. Von Anna Rössler

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"Studiengenossenschaft heißt nicht nur alte Freundschaften zu pflegen und die Erinnerungen an das Descartes-Gymnasium, das Studienseminar und die Stadt Neuburg selbst zu wahren, sondern auch nach vorne zu blicken", wie der 2. Vorsitzende der Studiengenossen Dr. Toni Lutz bei seiner Eröffnungsrede erklärte. Dass der Blick nach vorne sich im besonderen Maße auf die derzeitigen Schüler des Descartes-Gymnasiums bezieht, wurde bereits am Freitagnachmittag beim Auftakt des 125. Stiftungsfestes ersichtlich. Die Schülermitverantwortung hatte auf dem Sportplatz des Descartes-Gymnasiums nämlich einen Charity-Lauf organisiert, dessen Erlös von 550 Euro dem Hilfsprojekt von Pater Gerhard zugutekommt. Auch das neue Logo der Studiengenossenschaft wurde in Zusammenarbeit mit den Gymnasialschülern entworfen. Im Rahmen eines Zeichenwettbewerbs wurden von einer Jury die drei besten Logos ermittelt und mit Geldpreisen prämiert. Das Gewinnerlogo, das nun das offizielle Erkennungszeichen geworden ist, stammt von der Abiturientin Jacqueline Böhm und zeigt zwei ineinander fassende Hände. Prämiert wurden außerdem Vivien Malejka und Hanna Batzoni, die ebenfalls in diesem Jahr Abitur gemacht haben.

Eine junge Tochter und ihre alte Mutter

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Wie eng das Descartes-Gymnasium mit der Studiengenossenschaft verbunden ist, drückte auch Studiendirektor Martin Winter aus, der den immer noch erkrankten Schuldirektor Franz Hofmeier auf den Feierlichkeiten vertrat. Für ihn ist die Studiengenossenschaft eine Art "Tochter des Descartes-Gymnasium", weshalb die finanziellen Zuwendungen der Genossenschaft an die Schüler des Gymnasiums wohl am besten mit Unterstützungsgeldern einer jungen Tochter an ihre alte Mutter zu vergleichen seien.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der auch schon Schüler des Studienseminars war, betonte in seiner Rede vor allem, dass die "Pflanze der Freundschaft" von den momentan etwa 1000 Mitgliedern der Studiengenossenschaft "hervorragend gepflegt" würde. Besondere Ehrungen erhielten bei dem Festakt deshalb auch Paul Cleemann, der nach 20 Jahren im Vorstand zum Ehrenmitglied ernannt wurde, und Reinhard Resch, dem der Ehrenvorsitz verliehen wurde.

Drei junge Musiker umrahmten musikalisch

Wunderbar musikalisch umrahmt wurden der Festakt am Samstag von den drei jungen Musikern Olivia Friemel (Klavier), Timo de Leo (Violine) und Michelle Schultz (Sopran), die der Veranstaltung einen feierlichen Charakter verliehen.

Ein besonderer Höhepunkt der Feier war aber mit Sicherheit der Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Wilfried Stroh, der über die historische Rolle Jakob Baldes sprach, nach dem zum Beispiel auch das Studentenwohnheim der Studiengenossenschaft in München benannt ist. Besonders überrascht wirkte das Publikum, als Wilfried Stroh den Beginn seines Vortrags in fließendem Latein hielt, was den meisten Zuschauern im ersten Moment eher spanisch vorkam. Sehr mitreißend und unterhaltsam gelang es dem Bestsellerautor anschließend jedoch, den anwesenden Gästen auf deutsch das Leben des Jesuitenpater Jakob Blade näher zubringen, der von 1654 bis zu seinem Tod 1668 in Neuburg weilte. In der damaligen Zeit erlangte er als "deutscher Horaz" sehr große Berühmtheit mit seinen barocken Gedichten und bissigen Satiren, zum Beispiel auch über moderne Themen wie den Missbrauch des Tabaks, die er jedoch in einem sehr vertrackten Latein verfasste und die deshalb ins Deutsche kaum übersetzbar sind. Am Ende seiner Rede wurde der Referent mit begeistertem Applaus gefeiert.

Den Abschluss des Wochenendes machte der feierliche Festgottesdienst in der Hofkirche, bei dem Mozarts Krönungsmesse von einem Chor- und Musikensemble aufgeführt wurde, sowie die anschließende Vernissage des früheren Kunstlehrers Edi Hauck im Rathausfletz.

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