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20. Februar 2010 06:14 Uhr

Warum Fische im Winter nicht frieren

Neuburg "Brr - ist das Donauwasser heute kalt gewesen", denkt sich die frierende Paula. Als sie sich ihren Bürzel an den warmen Kachelofen hält, fragt sich die Zeitungsente: "Wie überleben eigentlich Fische die kalte Jahreszeit?" Gleich am nächsten Tag macht sie sich auf den Weg zum Fischereiverein. Die müssen das ja eigentlich wissen. Von Paula print

Warum Fische im Winter nicht frieren
Foto: ALFA

von Paula print und laura heiss

"Die Fische halten Winterruhe", erklärt ihr der erste Vorsitzende Fridolin Leikam. Als Vegetarier unter den Fischen, lassen sich die sogenannten Friedfische im Winter auf den Grund des Flusses oder Sees sinken. Wegen ihrer Trägheit und Bewegungsunlust scheinen sie im Wasser zu schweben. Manche Arten, wie die Schleie, graben sich im schlammigen Boden ein.

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Fische spüren keine Kälte und passen ihre Körpertemperatur an

"Aber wird ihnen nicht kalt, wenn sie sich in dem kalten Wasser nicht bewegen?", fragt Paula nach. "Fische können ihre Körpertemperatur an die Umgebung anpassen", hört sie weiter. Wenn die Donau an der tiefsten Stelle im Winter eine Wassertemperatur von sieben Grad hat, sind die Fische auch nur sieben Grad kalt. "Deswegen heißen sie auch Kaltwasserfische," so Leikam.

Paula staunt. Doch für die stets hungrige Ente ist es viel wichtiger zu erfahren, wie sich Karpfen und Waller in der langen Ruhepause ernähren. "In den Sommermonaten fressen sich die Fische eine Fettschicht mit Plankton und Insektenlarven an. Von dieser zehren sie in den Wintermonaten," erklärt der Fischer.

Allerdings gebe es auf zugefrorenen Gewässern Ruhestörer. Besonders Schlittschuhläufer und Eisstockschießer würden einen großen Lärmpegel unter Wasser erzeugen. Die trägen Fische werden aufgeschreckt und schwimmen hektisch umher. "Mit jedem Flossenschlag verbrauchen sie Energie und ihre Fettschicht wird dünner", sagt Leikam. Dieser Gewichtsverlust könne selten mit den mageren Überresten von Plankton ausgeglichen werden.

"Oh je, die Armen. Wie tief soll ein Gewässer sein, um die Ruhe der Fische nicht zu stören?", will die besorgte Paula wissen. "Je tiefer, desto besser. Aber damit die Fische überhaupt unter einer Eisschicht überleben können, muss das Gewässer mindestens 80 Zentimeter tief sein," sagt Fridolin Leikam.

Aber nicht alle Fische gehen in die Winterruhe. Raubfische wie Forellen nutzen die kalte Jahreszeit, um Hochzeit zu halten, während die Menschen Weihnachten feiern. Am Jahresanfang kommt bereits der Nachwuchs zur Welt. Das alles erfährt Paula.

Winzige Bachforellen im Wasserbecken

Leikam zeigt der Zeitungsente in einem Wasserbecken acht Wochen alte und nur ganze zwei Zentimeter große Bachforellen. "Wie winzig die sind," stellt Paula entzückt fest. "Wenn wir sie im Frühjahr aussetzen, sind sie bereits auf sechs Zentimeter herangewachsen. Doch Bachforellen sind stets den lauernden Gefahren im Wasser und in der Luft ausgesetzt," erzählt Fridolin Leikam.

Vor allem bei den anderen, hungrigen Raubfischen, wie Hecht, Zander und Barsch stehen sie auf der Speisekarte. Aber auch der Eisvogel, Zaunkönig oder Kormoran liebt die kleine Delikatesse in der mageren Winterzeit, erfährt Paula weiter. "Fressen und gefressen werden, so ist der Kreislauf des Lebens", denkt sich die kleine Ente, als sie traurig in das Becken mit den kleinen Bachforellen schaut.

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