130 Jugendliche stellen 89 Projekte vor Von Luzia Riedhammer

Ingolstadt Manuel Beck sitzt an seiner Nebelmaschine und hüllt die beiden Automodelle kräftig ein. Nur wenn alles voller Nebel ist, kann der Neuburger seinem staunenden Publikum zeigen, warum er gestern den ersten Preis beim Regionalentscheid „Jugend forscht“ in der Kategorie Technik gewonnen hat. Der Azubi bei Audi hat eine automatisch abblende Nebelschlussleuchte für Autos entwickelt.
Insgesamt haben gestern und vorgestern 130 Schüler und Auszubildende aus der Region 10, darunter zunehmend mehr Mädchen, 89 Projekte im Audi-Bildungszentrum vorgestellt, das seit 1979 Patenunternehmen ist. Teilnehmer bis 14 Jahre treten bei „Schüler experimentieren an“, die Sparte „Jugend forscht“ richtet sich an Schüler und Azubis zwischen 15 und 21 Jahren.
Das Bildunsgzentrum schien ein einziges großes Labor zu sein. Überall standen Laptops, Kabel hingen von den Tischen, monströse mathematische Formeln waren an die Wand gepinnt. Die Mitglieder der Jury zeigten sich begeistert von vielen der Projekte.
Vom neuen Konzept für die Audi Shuttle-Busse zum Beispiel. Die drei Azubis Simon Mastrogregori, Peter Strixner und Tobias Pfannerer wollen die Auslastung der Busse optimieren. Mittels GPS und Sensoren, die an den Sitzen befestigt sind, soll künftig jeder Audi-Mitarbeiter die Möglichkeit haben, über das Intranet zu erfahren, wann genau der nächste Bus kommt und ob überhaupt noch ein Platz frei ist. Womöglich könnte es bald auch schon eine entsprechende App fürs Handy geben, träumen die jungen Forscher. Einen ersten Platz gab’s gestern bereits für die Idee.
Noch ist auch die Nebelschlussleuchte von Manuel Beck Zukunftsmusik und noch in kein Auto eingebaut. Aber Ingenieure aus der Technischen Entwicklung haben sich gestern bei einem Rundgang schon ganz begeistert gezeigt. Vielleicht wird sich Manuel Beck auch bald nicht mehr maßlos ärgern müssen, weil irgendein Autofahrer vor ihm wieder die Nebelschlussleuchte an, obwohl sich der ganze Nebel doch schon längst verzogen hat. Er hätte sich den Ärger selbst erspart.
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