Donnerstag, 21. September 2017

08. Februar 2017 00:33 Uhr

Burgheim 2017

Wer will schon ein Denkmal?

Was heuer in der Marktgemeinde passiert. Wie Bürgermeister Michael Böhm die Entwicklung vorantreiben möchte und welche Schwerpunkte er setzt. Eine Versammlungsstätte oder ein Café fehlen

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Was tut sich in den Landkreisgemeinden? Welche Projekte stehen an und welche Schwerpunkte gibt es 2017? Wir haben mit den Rathauschefs gesprochen – über Notwendigkeiten, über Wünsche und warum manches bisweilen länger dauert, als geplant.

Von seinem Arbeitsplatz aus hat Michael Böhm einen Logenblick auf den Burgheimer Marktplatz. Doch was der Bürgermeister sieht, wenn es sich umdreht, gefällt ihm weniger gut. Das Rathaus der Marktgemeinde ist in die Jahre gekommen, Sanierungsbedarf steht an. Die Parkettböden sind durch, dem Treppenhaus sieht man den Verschleiß an, einzig die Vordertüre wurde kürzlich erneuert. „Doch wer weiß, was dahinter rauskommt, wenn wir die Tapete runtermachen“, deutet der Rathauschef auf die Wand hinter sich. Die Finanzen lassen es heuer nicht zu, diese Baustelle in Angriff zu nehmen. Und auch andere Projekte müssten auf die lange Bank geschoben werden – zu lange sei die Liste der Pflichten und Wünsche.

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Michael Böhm möchte die Entwicklung seiner Gemeinde in den nächsten Jahren aktiv vorantreiben. „Wenn ich attraktiv sein und nicht irgendwann zur bloßen Schlafstätte verkommen möchte, muss ich den Leuten etwas bieten.“ Zu den Merkmalen einer lebenswerten Gemeinde zählt er neben der Versorgungsinfrastruktur einen lebendigen Ortskern. So ist die Gemeinde in Gesprächen zwecks Ankauf dreier zentrumsnaher Anwesen in der Donauwörther Straße, die man wieder in Wohnnutzung bringen möchte. Leerstände stören das Bild am Marktplatz. Eine Perle könnte das Schurihaus am oberen Marktplatzende sein. Das denkmalgeschützet Anwesen aus dem 16. Jahrhundert steht zwar seit Jahrzehnten leer, von der noch vorhandenen Substanz konnte sich der Rathauschef aber selbst im Zuge einer Ortsbegehung ein Bild machen. „Hätte ich einen Wunsch frei, könnte ich mir dort ein Veranstaltungszentrum vorstellen. Oder ein Café wäre auch nicht schlecht, mit Außenbestuhlung. Das fehlt uns.“ Das Problem dabei sei aber nicht nur die Finanzierung, der Denkmalschutz mache eine zeitgemäße Nutzung nicht einfacher, sondern die Verwaltung. „Ich kann das als Bürgermeister ja schlecht selber betreiben.“ Dieses Problem gelte auch für die Nutzung anderer, bereits gemeindlicher Immobilien wie den Bahnhof oder die seit vergangenem Jahr leerstehende alte Schule in Ortlfing.

Derartige Projekte gehen über die Pflichtaufgaben hinaus, genauso wie weitere Investitionen, die der Bürgermeister aufzählt: der Ausbau des Burgheimer Badesees in den beiden nächsten Jahren für 200000 Euro, der kommunale Wohnungsbau und die dringend anstehende Turnhallensanierung. Die Sportstätte werde schließlich nicht nur von den Schülern, sondern sogar noch intensiver von den Vereinen genutzt. Ein interessantes Vorhaben, schwärmt Böhm dagegen, bei dem gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können, ist die ökologische Sanierung des Leitenbachs samt des von dem Gewässer durchströmten Gänsweihers, wo Hochwasserschutz, Gewässerentwicklung und Naherholung Hand in Hand gehen. Darüber hinaus belasten das Gemeindesäckel die verpflichtenden Millioneninvestitionen in den Kanal, „wir sprechen da von zehn bis 15 Millionen in den nächsten Jahren“, ergänzt Michael Böhm.

Zu den Hausaufgaben zählt Michael Böhm die dringende Erschließung neuer Baugebiete. Derzeit sei das Angebot der Gemeinde null, deshalb sollen „Am Vohbach“ in Burgheim und an der Schlossbreite in Straß jeweils 30 Parzellen erschlossen werden, „was uns hoffentlich ganz lange reichen wird.“ Die beiden Neubaugebiete sollen auch energetisch auf dem Stand der Zeit sein, es wird über ein Nahwärmenetz nachgedacht.

Und wer soll das alles bezahlen? Das Investitionsvolumen, der neue Haushalt wird im März verabschiedet, wird schrumpfen. Das Budget will also wohl überlegt verplant werden. „Die Kreisumlage, obwohl auf 51,5 Prozentpunkte gesunken, ist zu hoch“, bemängelt Michael Böhm. „Das schnürt uns die Luft ab.“

Einen Strich machen kann der Gemeindechef dagegen unter die Breitbanderschließung in der Marktgemeinde, alle elf Ortsteile und der Hauptort Burgheim sind ans schnelle Internet angeschlossen. Beim Radwegeausbau sieht er sich auf einem guten Weg. In jahrelang stockende Grundstücksverhandlungen sei Bewegung gekommen, der Bauabschnitt von Burgheim nach Biding in trockenen Tüchern, „beim zweiten bis nach Dezenacker fehlt noch eine Parzelle.“ Kopfzerbrechen bereiten Michael Böhm zwei überregionale Themen: Beim B16-Ausbau stehe der Abschnitt von Oberhausen bis Rain nicht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan. Bei der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2010 waren die Zahlen nicht hoch genug, was der Bürgermeister mittlerweile für nicht mehr realistisch hält. Bei einer kleinen Verkehrskonferenz will er die beiden CSU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl und Ullrich Lange davon überzeugen. „Beim nächsten Mal müssen wir da rein. Das ist ein Problem, das weit in die Zukunft weist.“ Die Polderplanungen am Bertoldsheimer Stausee liegen ihm fast noch mehr im Magen. Eine Südvariante hält er für indiskutabel. „Wir sind im Süden leidgeprüft und der Norden kann nicht all seine Probleme auf unsere Seite verlagern. Wir profitieren nicht davon.“ Das Hochwasser ufere bei Niederschönenfeld aus und fließe im natürlichen Überschwemmungsraum von Westen nach Osten durch die Gemeindeflur und an der Stepperger Enge wieder zurück. „Wir tragen schon unsere Last, die Gemeinde zahlt jedes Jahr einen Haufen Geld für die Absiedlung von Moos. Mich stört, dass das Konzept nur auf Berechnungen basiert. Erst wenn der Polder Riedensheim funktioniert, kann eine Aussage getroffen werden und erst dann sollte auch weiter geplant werden.“

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Ein Artikel von
Norbert Eibel

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