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29. Januar 2010 23:00 Uhr

Ingolstädter Panther verlieren Derby und Coach

Ingolstadt Seine erste Heimniederlage im Jahr 2010 musste gestern Abend der ERC Ingolstadt hinnehmen - und das ausgerechnet im Derby gegen die Nürnberg Ice Tigers. In der mit 4815 Zuschauern ausverkauften Saturn-Arena verloren die Schanzer nicht nur die Partie unglücklich mit 2:3 (0:1, 1:2, 1:0), sondern auch noch ihren Trainer Bob Manno, der vom schwachen Referee Rick Looker in der 45. Minute wegen Reklamierens eine Spieldauer-Disziplinarstrafe aufgebrummt bekam und seinem Team somit im morgigen Heimspiel gegen Frankfurt (18.30 Uhr) fehlen wird. Von dirk sing

"Looker wurde vor einigen Wochen von der Liga wegen eines Regelverstoßes gesperrt, weil er offensichtlich die Regeln nicht kennt. Warum darf er dann überhaupt weiterpfeifen?", schimpfte Manno nach Spielschluss. Vor seinem "Rauswurf" hatte sich der Italokanadier über eine mehr als strittige Hinausstellung gegen Stephan Daschner echauffiert. "Bei der gleichen Aktion wird unser Torhüter Dimitri Pätzold über den Haufen gefahren, doch da gibt es keine Strafe - unfassbar", so Manno. Auch als seine Truppe die zweiminütige Unterzahl überstanden hatte und Dominic Walsh völlig freistehend vor dem Ice Tigers-Kasten gefällt wurde, gab es statt des fälligen Penaltys nur eine "kleine Strafe" gegen Dan Spang.

Doch was war bis dahin passiert? Welchen psychologischen Wert oftmals ein einziger Treffer besitzt, zeigte sich in diesem prestigeträchtigen, aber überaus fairen Match in den ersten 20 Minuten. Bis zum glücklichen 1:0-Führungstor durch Andre Savage (14./der Nürnberger Stürmer hatte Panther-Schlussmann Dimitri Pätzold die Scheibe zunächst an die Maske geschossen, ehe diese vom Fuß St. Jacques über die Torlinie rutschte) waren die Hausherren das bessere Team und hatten auch die klareren Möglichkeiten. So hätte Rick Girard bereits nach zehn (!) Sekunden den ERCI in Führung schießen können. Doch der Angriffspartner von Bobby Wren und DEL-Topscorer Thomas Greilinger scheiterte an Ice Tigers-Goalie Patrick Ehelechner.

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Überhaupt erwies sich Nürnbergs Nummer 25 in dieser "Drangphase" der Schanzer als unüberwindbares Hindernis. Die beste Gelegenheit hatte Joe Motzko auf dem Schläger, als er in Unterzahl (!) von der blauen Linie alleine auf den gegnerischen Torhüter zusteuerte. Aber unter dem Jubel der rund 300 mitgereisten Gäste-Fans konnte er den Puck nicht im Netz unterbringen.

Pätzold verhindert zunächst einen weiteren Gegentreffer

Ingolstadt drängte und Nürnberg lauerte. Nach Savages "Glückstor" waren die Franken sogar dem zweiten Treffer wesentlich näher als die Manno-Truppe dem Ausgleich. Eric Chouinard (16.), Adrian Grygiel und Morten Ask (beide 17.) tauchten jeweils brandgefährlich vor Pätzold auf, der sich jedoch ebenfalls als starker Rückhalt erwies.

Auch wenn die Hausherren in der 24. Minute endlich jubeln durften, als Michael Waginger ein schönes Zuspiel von Kapitän Glen Goodall zum 1:1-Ausgleich ins EHC-Gehäuse verlängerte - einen echten "Zugriff" auf dieses Match bekamen sie im zweiten Durchgang nicht wirklich. Einerseits fanden die Oberbayern gegen das frühe und aggressive Stören das Brockmann-Teams kaum ein geeignetes Mittel. Andererseits leistete man sich zu viele Unkonzentriertheiten (gerade im Powerplay, das diesen Namen kaum verdiente sowie im Spielaufbau) und Fehler, die die Nürnberger - wie in der 28. Minute - eiskalt bestraften. Nach einem bösen Patzer von Jakub Ficenec hinter dem eigenen Kasten bedankte sich Youngster Simon Fischhaber mit dem 2:1. Und es sollte aus ERCI-Sicht sogar noch schlimmer kommen: Als man das Spielgerät erneut im eigenen Drittel verlor, spielte Eric Chouinard "Billard" mit dem Rücken von Glen Goodall - das 1:3 (32.) war perfekt! Ingolstadt war geschockt und hatte unmittelbar vor der zweiten Drittelpause Glück, als Referee Looker einem Barta-Treffer wegen Torraumabseits (zurecht) die Anerkennung verweigerte (39.).

Kurioserweise brachte die "Looker-Show" im Schlussabschnitt die Schanzer zurück in diese Partie, in der Joe Motzko bereits zur Mitte des zweiten Drittels wegen Rückenproblemen passen musste. Doch mehr als das 2:3-Anschlusstor durch Neuzugang Carl Corazzini im Powerplay (49.), der nun mit Bouck und Kavanagh stürmte, sprang nicht heraus.

ERC Ingolstadt: Pätzold - Bakos, St. Jacques; Daschner, Ryan; Ficenec, Hambly - Girard, Wren, Greilinger; Bouck, Kavanagh, Motzko; Corazzini, Hussey, Waginger; Goodall, Hinterstocker, Walsh. - Tore: 0:1 Savage (14.), 1:1 Waginger (24.), 1:2 Fischhaber (28.), 1:3 Chouinard (32.), 2:3 Corazzini (49.). - Zuschauer: 4815.

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