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Leichtathletik: Titel geklaut

Leichtathletik

Titel geklaut

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    Die 18-jährige Sabrina Thomas holte bei der bayerischen Meisterschaft (Altersklasse U20) die Silbermedaille im Speerwurf. Ihr weitester Versuch – der ihr den Titel eingebracht hätte – wurde zu Unrecht nicht anerkannt.
    Die 18-jährige Sabrina Thomas holte bei der bayerischen Meisterschaft (Altersklasse U20) die Silbermedaille im Speerwurf. Ihr weitester Versuch – der ihr den Titel eingebracht hätte – wurde zu Unrecht nicht anerkannt. Foto: Archivfoto: Michael Böhm

    München/Fürth Dass sie zu den besten Nachwuchs-Leichtathletinnen Bayerns zählten, stellten Sabrina Thomas (Burgheim) und Theresa Köchl (Neuburg) bei den bayerischen und südbayerischen Hallenmeisterschaften beziehungsweise den bayerischen Winterwurfmeisterschaften eindrucksvoll unter Beweis. Die beiden für den MTV 1881 Ingolstadt startenden jungen Damen holten dabei jeweils eine Medaille. Pech und ein handfester Skandal verhinderten sogar eine noch bessere Bilanz.

    Eigentlich hätte die bayerische Winterwurfmeisterin 2012 bei den Speerwerferinnen der Altersklasse U20 (früher A-Jugend) unbedingt Sabrina Thomas heißen müssen. Die 18-Jährige präsentierte sich trotz Schnee, böiger Winde und Temperaturen um die null Grad auf dem Einlaufplatz neben dem Münchner Olympiastadion in prächtiger Form. Deutlich verbessert hinsichtlich ihrer Kraft- und Athletikwerte, nutzte sie die ersten Versuche zunächst zum Einwerfen, um dann im vierten Durchgang eine mächtige „Keule“ auszupacken. Der 600 Gramm schwere Speer segelte weit über die 40-Meter-Marke. Doch die Feldkampfrichter gaben den Wurf zum Entsetzen von Thomas ungültig, weil dieser angeblich keinen sichtbaren Eindruck hinterlassen hatte – mehrere ähnliche Versuche zuvor waren alle gemessen worden. Trotz massiver Proteste seitens ihres Trainers Reinhard Köchl blieben die Unparteiischen bei ihrem Urteil und setzten den Wettkampf fort.

    Erst eine halbe Stunde später korrigierte der Oberschiedsrichter die Fehlentscheidung, entschuldigte sich zerknirscht bei Sabrina Thomas und räumte ihr nach Ende des Wettkampfes als Entschädigung einen Ersatzversuch ein. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Ärger über die verpasste Chance bei der jungen Burgheimerin noch zu groß und die Spannung weg. So blieb Thomas mit durchaus guten 37,70 Meter „nur“ Silber hinter Magdalena Scheffel (TV Altötting; 38,85 Meter) sowie das Versprechen, im Sommer auf jeden Fall Revanche für das Unrecht zu nehmen.

    Sportlich ohne Beanstandungen, allerdings erneut überaus unglücklich verlief dann das anschließende Kugelstoßen der bayerischen Hallenmeisterschaften in der angrenzenden Werner-von-Linde-Halle. Mit einem sehr guten Versuch von 10,80 Meter hatte sich Sabrina Thomas im letzten Versuch sogar auf den Bronzerang vorgearbeitet, musste dann aber noch zwei Gegnerinnen hauchdünn an sich vorbeiziehen lassen. Am Ende reichte es für Rang fünf.

    Theresa Köchl sprintet knapp an Edelmetall vorbei

    Ebenfalls knapp am bayerischen Edelmetall schrammte eine Woche später bei den Hallenmeisterschaften der Klasse U 18 in Fürth Theresa Köchl vorbei. Für die 4 x 200 Meter-Staffel des MTV 1881 Ingolstadt hatte die 15-Jährige im Finale als Startläuferin einen überraschenden Vorsprung herausgelaufen. Am Schluss blieb jedoch der undankbare vierte Platz (1:49,88 Minuten). Bei den südbayerischen Meisterschaften gewannen die Ingolstädter Mädchen mit Johanna Langmeir, Sophia Eberle und Verena Fritsch dann jedoch doch noch Bronze.

    Nicht unbedingt zu erwarten war schließlich der ausgezeichnete fünfte Rang von Köchl im Finale von Fürth über 200 Meter, wo sie trotz der engen Hallenkurven mit 26,99 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufstellte und sich gegen eine Reihe namhafter Sprinterinnen behauptete. Auf Hürdenstarts in der Halle verzichtete die Neuburgerin gänzlich. In dieser Disziplin will sie ihre Konkurrenz dann im Sommer überraschen.

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