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18. Februar 2010 22:45 Uhr

Wiesinger hat die "Qual der Wahl"

Ingolstadt Die dritte Liga ist weiter vom Schneechaos gebeutelt. Auch am 25. Spieltag gibt es kein volles Programm. Besonders betroffen von den Spielausfällen ist der Herbstmeister FC Ingolstadt. Die Schanzer mussten den Zweitliga- Mitabsteiger VfL Osnabrück, der bisher zwei Spiele mehr absolvierte, auf sechs Punkte davonziehen lassen. Am morgigen Samstag um 14 Uhr heißt es für die Donaustädter gegen Holstein Kiel, mit einem Sieg dem Tabellenführer auf den Fersen zu bleiben. Von roland geier

Wiesinger hat die "Qual der Wahl"
Foto: ALFA

"Da muss alles wie erschwerte Trainingsbedingungen und Spielausfälle weggeschoben sein. Für uns zählen nur drei Punkte, damit wir mit einem Erfolgserlebnis in die englischen Wochen starten können", respektiert Ingolstadts Chefcoach Michael Wiesinger zwar den Gegner, aber er lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er von seiner Mannschaft morgen einen Sieg erwartet. Wiesinger, der im Übrigen im Match gegen Osnabrück wegen Reklamierens vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt wurde, kam vom DFB mit einer Verwarnung davon und ist auf die morgige Partie ebenso heiß wie sein Team.

In Burghausen unter die Lupe genommen

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Der 37-jährige Ingolstädter Übungsleiter warnt aber davor, den Tabellen-Achtzehnten, den er letztes Wochenende beim 3:0-Sieg bei Wacker Burghausen unter die Lupe nehmen konnte, zu unterschätzen. "Kiel ist ein Gegner, der nichts zu verlieren hat. Sie haben einen guten Trainer, der engagiert nach vorne spielen lässt. Die sind in der Offensive recht stark", hat Wiesinger aus der Partie wichtige Erkenntnisse gezogen. "Wir müssen einfach unsere Stärken ausspielen und uns voll reinhängen. Dann werden wir den Gegner schlagen", lässt er keine Ausreden gelten.

Aufsteiger Holstein Kiel wurde Anfangs der Runde noch zu den Geheimfavoriten um den Aufstieg gerechnet und schwebt nun in akuter Abstiegsgefahr. Noch vor der Winterpause zogen die "Störche" die Notbremse und feuerten Trainer Falko Götz, der von Christian Wück beerbt wurde. Dieser soll die Wende einleiten. In dieser Woche hat sich der Verein auch noch von seinen Co-Trainern Andreas Thom und Klaus Thomforde getrennt. Grund sei das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen der Mannschaft und dem Duo, durch das man die Zielsetzung Klassenerhalt gefährdet sehe. Wück hat sich deshalb Bernd Heemsoth, mit dem er schon in Ahlen zusammenarbeitete, als neuem Co-Trainer ins Boot geholt. Ex-Keeper Carsten Wellmann übernimmt die Aufgabe des Torwarttrainers.

Wer bei den Holsteinern jedoch letztlich auf der Bank sitze, das sei Wiesinger egal. "Das ist Sache der Kieler. Wir müssen auf uns schauen", sagt der FCI-Übungsleiter, der seine gute Bilanz bei vier Siegen und einem Remis weiter ausbauen möchte. In der Hinrunde musste der FC Ingolstadt mit einem unglücklichen 2:2-Remis die Heimreise antreten, nachdem Moritz Hartmann die Schanzer zweimal in Führung geschossen hatte. Erst in der 92. Minute gelang damals den Nordlichtern der Ausgleich. Ein besonderes Augenmerk müssen die Schanzer auf Michael Holt legen, der in Burghausen wegen seiner fünften Gelben Karte fehlte. Der 24-Jährige liegt in der Torjägerliste mit elf Treffern auf Rang drei.

Seine Mannschaft habe diese Woche gut trainiert und müsse morgen "absolute Leidenschaft" zeigen und ein Zeichen setzen, meint der Schanzer Chefcoach, der bei seinem Team während des Kurztrainingslagers in Salzburg sowie den letzten Trainingstagen im Tuja-Stadion eine echte Spielfreude festgestellt. Nur "Zecke" Neuendorf habe leichte Probleme an den Adduktoren und Steffen Wohlfarth leichte Rückenprobleme. "Doch das ist alles nicht so schlimm", berichtet Wiesinger. Seit Dienstag ist auch Markus Karl wieder voll im Training. Da auch Kapitän Stefan Leitl seine Gelbsperre abgesessen hat, kann der Schanzer Coach aus dem Vollen schöpfen - und heizt sogleich den Konkurrenzkampf an.

"Wer sich im Training aufdrängt, wird spielen", ließ Wiesinger gestern die Katze noch nicht aus dem Sack, wer in der Startelf stehen wird. Vielmehr hält er daran fest, dass die Entscheidung erst nach dem heutigen Abschlusstraining fällt. Offen dürfte sein, ob Metzelder seinen Platz für Karl räumen muss und Mölzl nach der Rückkehr von Leitl in der Viererkette Fink verdrängt.

l Die mögliche Aufstellung: Lutz - Keidel, Pisot, Wittek, Mölzl - Karl - Bambara, Leitl, Buchner - Hartmann, Neuendorf.

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