Donnerstag, 18. Januar 2018

12. Januar 2018 15:30 Uhr

Landkreis

Afrikanische Schweinpest rückt näher

Das Veterinäramt des Landratsamtes Donau-Ries diskutiert über die Virusinfektion bei Schweinen. Warum sich die Landwirte ernsthafte Sorgen über einen Ausbruch machen.

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Da das Virus der Afrikanischen Schweinepest sehr widerstandsfähig ist, stellt die Einschleppung über Lebensmittel, die aus betroffenen Gebieten stammen, ein Risiko dar. Das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat daher mehrsprachige Hinweiszettel an den EU-Außengrenzen angebracht. (Symbolbild)
Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Die Untere Jagdbehörde des Landratsamtes Donau-Ries hat Vertreter des Jagdverbandes und der Land- und Forstwirtschaft zum Schwarzwildforum eingeladen. Zentrales Thema der Veranstaltung war die Afrikanische Schweinepest. Die Informationen, die der Leiter des Veterinäramtes Dr. Thomas Kellner über diese Tierseuche präsentierte, waren laut übereinstimmender Einschätzung der Teilnehmer besorgniserregend.

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. In Deutschland ist ASP bisher zwar noch nie aufgetreten, jedoch ist der Ausbruch dieser Tierseuche auch in unserer Region zu befürchten. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es soweit ist“, sagt Karlheinz Götz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Seit Jahren rücke die Krankheit aus Osteuropa nach Westen. „2017 hat es schon Fälle in Polen und Tschechien gegeben“, sagt Götz.

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Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Das Virus kann direkt von Schwein zu Schwein über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände, die mit dem ASP-Virus kontaminiert sind, übertragen und damit weiterverbreitet werden. Bei den Tieren treten Symptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen auf. Die Erkrankung führt in nahezu allen Fällen innerhalb von wenigen Tagen zum Tod des Tieres. Beim Vorliegen solcher unspezifischen Symptome sollte, so der dringende Appell des Amtstierarztes, das Veterinäramt informiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamt.

Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff

„In Gegensatz zur Europäischen Schweinepest gibt es keinen Impfstoff gegen die Afrikanische“, sagt Götz. Beim Ausbruch in landwirtschaftlichen Betrieben müssten alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und unschädlich beseitigt werden. Es würden großflächige Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete eingerichtet, in denen der Transport von Tieren untersagt ist. „Das könnte den Ruin für manchen Betrieb bedeuten“, sagt Götz.

Wird ASP beim Schwarzwild festgestellt, wird ein sogenannter gefährdeter Bezirk festgelegt. Beim Schwarzwild wird bei Bedarf eine verstärkte Bejagung, in jedem Fall aber eine Untersuchung erlegter und verendet aufgefundener Wildschweinen angeordnet. Aufgrund der umfangreichen Maßnahmen, die im Fall des Auftretens dieser Tierseuche zu ergreifen wären, hat der Bereich Katastrophenschutz des Landratsamtes Donau-Ries bereits konkrete Planungen erstellt. Regina Rybka vom Bereich Katastrophenschutz hat die Forumsteilnehmer über diese Pläne, wie beispielsweise der Einrichtung von Wildsammelstellen informiert.

In der sich anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Punkte angesprochen, für die im Falle eines Seuchenausbruchs noch keine Regelungen vorliegen. Genannt wurden unter anderem die Punkte Entschädigungsleistungen, Erlaubnis von Nachtzielgeräten, Schonzeitverkürzung und -aufhebung oder ein Anreizsystem für Landwirte zur Schaffung von Bejagungsstreifen. Da dem Landratsamt hier nicht die Entscheidungshoheit obliegt, wurde vereinbart, dass Landrat Stefan Rößle ein Schreiben an das zuständige Ministerium richten wird, in dem um eine zeitnahe Klärung der offenen Fragen seitens des Jagdverbandes und der Land- und Forstwirtschaft ersucht wird. „Viele Landwirte haben große Angst vor der Krankheit“, sagt Götz. Da Essensabfälle an Raststätten zur Verbreitung der Krankheit beitragen, müssten auch die Menschen darauf sensibilisiert werden. Auch Saison-Arbeiter aus Osteuropa werden aufgefordert, keine Speisen mitzubringen und über die Problematik informiert, so der Kreisobmann. (pm mit dwo)

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