Mittwoch, 18. Oktober 2017

11. Oktober 2017 13:51 Uhr

Landkreis

„Bedenkliche Impfraten“ im Ries

Vom Landratsamt gibt es erneut Kritik an Waldkindergärten und Montessori-Schule.

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Im Ries geht die Quote der geimpften Kinder laut dem Landratsamt in den letzten Jahren zurück.
Foto: Ralf Hirschberger, dpa (Symbolfoto)

Nicht zum ersten Mal übt das Landratsamt deutliche Kritik an Erziehungseinrichtungen im Landkreis. Im April dieses Jahres appellierte Dr. Rainer Mainka, Fachbereichsleiter Gesundheitsamt, vor allem an Waldkindergärten im Ries, weil dort seinen Erkenntnissen nach zu wenige Kinder gegen Masern geimpft seien. Die Leiter der betroffenen Einrichtungen wiesen die Kritik allerdings als ungerechtfertigt und überzogen zurück.

Johannes Hauke, der Vorsitzende des Trägervereins „Krea(k)tiv“ des Waldkindergartens „Kleine Kobolde“ in Oettingen sprach von einer „pauschalen Verurteilung“ und meinte, Mainka stütze sich bei seiner Kritik auf Ausnahmefälle. Das hat sich der Gesundheitsexperte offenbar zu Herzen genommen und eine detaillierte Aufstellung über Impfquoten in allen Kindergärten und Schulen im Landkreis für das laufende Schuljahr veröffentlicht. Sein Fazit: Im Allgemeinen ging die Impfquote im Landkreis im Vergleich zu den Vorjahren zurück. Regional gebe es dabei „erhebliche Schwankungen“. Während im südlichen Landkreis die empfohlenen Impfquoten gegen gängige Krankheiten wie Tetanus, Diphterie, Keuchhusten oder Masern so gut wie überall erreicht werden, hat Mainka einige der im Ries liegenden Gemeinden und Städte auf seiner Liste in leuchtendem rot markiert. Das bedeutet: Die Impfquote liegt unter der empfohlenen Schranke, die – je nach Krankheit – zwischen 82,5 und 95 Prozent liegt.

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Mainka analysiert, dass in 14 der insgesamt 94 Kindergärten im Landkreis bei keiner einzigen wichtigen Krankheit die Zielvorgaben erreicht werden, diese würden sich alle im Ries befinden. Der Leiter des Gesundheitsamts übt dabei erneut explizit Kritik an den Waldkindergärten in Oettingen und Nördlingen, sowie diesmal auch an der Montessori-Schule in Deiningen. Überall dort herrschten „bedenkliche Impfraten“. Bei Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, und HIB liege die Quote in den Waldkindergärten in Oettingen bei nur 20 Prozent, in Nördlingen bei 25 Prozent. In der Montessori-Schule seien laut Mainka nur 14,3 Prozent der Schüler gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft, auch bei anderen Krankheiten sei die Quote weit unter der Empfehlung. Was passiert, wenn zu wenige Eltern ihre Kinder impfen lassen, habe sich bei einem Keuchhustenausbruch im Frühjahr 2016 gezeigt, als sich in Hainsfarth und Megesheim innerhalb eines kurzen Zeitraums 16 Kinder angesteckt hätten. Wochenlange Fehlzeiten in Schule und Kindergarten seien die Folge gewesen, sagt Mainka. Neuerungen gebe es bei Windpockenerkrankungen. Geschwister von erkrankten Kindern dürften nun gegebenenfalls bis zu 16 Tage nicht mehr an Unterricht oder Kindergarten teilnehmen, wenn Abwehrgeschwächte oder Schwangere dort anwesend sind.

Dass es nicht in allen Montessori-Einrichtungen und Waldkindergärten Grund zur Kritik gebe, betont Mainka nachdrücklich. In den Einrichtungen in Rain und Amerdingen seien die Impfquoten beispielsweise gut. (mit pm)

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Ein Artikel von
René Lauer

Rieser Nachrichten
Ressort: Lokales

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