Wallerstein Unter dem Tagesordnungspunkt "Information des 1. Bürgermeisters" verbarg sich bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend eine echte Hiobsbotschaft. Der Bau der für die verkehrsgeplagten Anwohner so wichtigen Ortsumfahrung Ehringen/Wallerstein verzögert sich. Auch wenn mit Abschluss des laufenden Planfeststellungsverfahrens zum Jahresende Baurecht geschaffen wird, erteilte die oberste bayerische Baubehörde einem Baubeginn im Jahr 2011 eine klare Absage.
Bürgermeister fragt nach
Dies erklärte Ministerialrat Dr. Thomas Linder am letzten Donnerstag bei der Eröffnung der Wanderausstellung "Neue Wege-Verkehrsprojekte in Schwaben" im Landratsamt Donau-Ries auf Nachfrage von Bürgermeister Joseph Mayer. Linders Einschätzung bestätigte gestern auch die Presseabteilung des Bayerischen Innenministeriums. Begründet wird die Verzögerung mit Sparmaßnahmen des Bundes, der für den Neubau von Bundesstraßen 400 Millionen Euro weniger zur Verfügung stellt. Zuerst würden begonnene Projekte beendet, dann kämen Projekte, die bereits Baurecht hätten, wie die Ortsumgehung Dillingen. Die nannte Linder am letzten Donnerstag einen "Indikator" für die Wallersteiner Umgehung, das heißt, bevor Dillingen nicht gebaut ist, geht in Wallerstein gar nichts.
Hausaufgaben gemacht
Natürlich waren die beiden Bürgermeister Joseph Mayer und Josef Fischer von dieser Entwicklung, die ihnen da letzte Woche ganz nebenbei mitgeteilt wurde, sehr überrascht und enttäuscht. "Wir haben immer darauf vertraut, dass unmittelbar im Anschluss an das Planfeststellungsverfahren die Umgehung Ehringen/Wallerstein auch gebaut wird", betonte Mayer gestern im Gespräch mit den Rieser Nachrichten. Die Gemeinde habe stets konstruktiv mit den Behörden zusammengearbeitet, "wir haben unsere Hausaufgaben gemacht". "Im Gegensatz zu anderen (gemeint ist Dinkelsbühl) sind wir den korrekten Weg gegangen, deshalb ist es jetzt umso bitterer, dass sich die Ortsumgehung weiter verzögert", so Mayer weiter.
Noch mindestens zwei Jahre
Für die Ehringer und Wallerstein heißt das, dass sie noch mindestens zwei Jahre die immense Verkehrsbelastung auf der B 25 ertragen müssen. Eine Belastung, die nahezu doppelt so hoch ist wie auf der L 1060 und der B 25 bei Dinkelsbühl, da sich die beiden Verkehrsachsen erst nach der Ortsdurchfahrt Wallerstein aufteilen. Doch während die Anwohner der L 1060 seit Jahren ihren Protest kundtun und die Dinkelsbühler wegen der hohen Verkehrsbelastung die B 25 sperrten, hielten sich die Ehringer und Wallersteiner, im Vertrauen auf eine baldige Ortsumgehung, mit ihrem Protest zurück. Das könnte sich jetzt ändern, kündigte der verärgerte Bürgermeister an. Bei der nächsten Gemeinderatsitzung kommenden Dienstag, 11. Mai, um 19.30 Uhr, werde der Gemeinderat jedenfalls weitergehende Dinge überlegen, um die Belastung der Anwohner zu reduzieren. "Dabei werden wir auch über einen eigenen Antrag zur Sperrung der B 25 beraten."
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