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23. April 2010 05:04 Uhr

Das hohe Niveau der Oberstufe

Nördlingen Beim diesjährigen Frühlingskonzert des Nördlinger Kulturforums konnten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Theodor Heuss Gymnasiums Nördlingen ihr streckenweise außergewöhnliches Können einem zahlreich erschienenen Publikum in der Alten Schranne in Nördlingen unter Beweis stellen. Im Vorfeld verantwortlich für das Oberstufenkonzert zeichneten die beiden Lehrkräfte für Musik am Gymnasium Silke Kessler und Jutta Schidlo, die heuer einmalig aus drei Jahrgängen (Q 11, K 12, K 13) ihre Vortragenden rekrutieren konnten.

Das hohe Niveau der Oberstufe
Foto: ALFA

Doch nicht die Anzahl der Ausführungen, sondern in erster Linie das hohe Niveau der Darbietungen versetzte den ein oder anderen Zuhörer in Erstaunen. Allen voran das erst kürzlich preisgekrönte Duo Philippe Schwarz (Posaune) und Benjamin Brinner (Klavier), das beim Landeswettbewerb "Jugend Musiziert" einen ersten Preis erzielen konnte, und nun erstmalig für ein Duo aus dem Donau-Ries-Kreis auf Bundesebene antreten darf.

Sauber intoniert mit sicherem Ton

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Der Auftakt des Konzertes lag in den Händen des Trompeters Sebastian Metzner. Er überzeugte mit einem klaren, sauber intonierten und sicherem Ton, der auch in schnellen Passagen nicht verloren ging. Die "Sonata in Si" von J. B. Loeillet, stellt auch in der Bearbeitung für Trompete hohe Anforderungen hinsichtlich Dynamik und Zusammenspiel an die Interpreten, was bravourös gemeistert wurde.

Dann kam ein Stück des französischen Gambisten Marin Marais (1656-1728) zu Gehör. Franz Meischner spielte L'Agreable aus den Old French Dances auf der Viola. Dabei konnte er mit sicherer Bogenführung, reifem Ton und in überzeugender Vortragsweise den Anforderungen des Stückes genügen.

Dass Musik Sorgen vertreiben kann, war der zentrale Inhalt eines Gesangsstückes von Henry Purcell (1659-1995). Eva Wittmann sang "Music for a while" stets sicher mit für die damalige Zeit typischen Phrasierungen und ausdrucksstarkem Klang in der Stimme, begleitet am Klavier von Irmlinde Hornung. Irgendwie prima!

Talent an der Querflöte

Dem leider ein wenig in Vergessenheit geratenen deutschen Komponisten und Flötisten Wilhelm Popp (1828-1903) wurde das russische Zigeunerlied gewidmet. Johannes Ortler konnte in diesem Stück auf der Querflöte sein großes Talent in den Vordergrund stellen und auch in den richtig schnellen Passagen sein außergewöhnliches Können demonstrieren.

Folkloristisch angehaucht ging es weiter mit dem Stück "Yellowgreen" von J. Lanzinner, der selbst auf der Konzertzither die Begleitung von Silvia Franzus auf dem Hackbrett übernahm. Dieses irisch angehauchte Stück - bravourös von der Solistin gespielt - tauchte die Schranne in eine ganz besondere Stimmung. Vielleicht nicht hoch virtuos aber ungemein schön.

Eine Pavane von Gabriel Faure (1845-1924) brachte das erste Ensemble auf die Bühne mit Johannes Ortler, Tatjana Keller, Jana Kunze und Stefanie Besel an den Querflöten; Imke Scheiwe, Luisa Hänsel, Julia Maiershofer Klarinetten; Philipp Ferner Altsaxophon, Christina Junger Viola und Hanna Eigenrauch Klavier. Das elegisch angehauchte Stück stellt mit seiner ruhigen gleichmäßigen Achtelbewegung vor allem an die Klavierbegleitung hohe Anforderungen, die von Hanna Eigenrauch souverän gelöst wurden. Im Zusammenspiel mit den Bläsern mutierte die Pavane dann schon fast zur Filmmusik. Wunderbar!

Sicherlich ein Höhepunkt war das Konzert in f-Moll für Klarinette von C. M. v. Weber, dessen 1. Satz von Luisa Hänsel (Klarinette) und Frau Forthofer (Klavier) gespielt wurde. Beeindruckend die Sicherheit, Virtuosität und künstlerischer Ausdruck von Luisa Hänsel.

Nach der Pause standen zwei Stücke des oben schon erwähnten Duos auf dem Programm. Philippe Schwarz und Benjamin Brinner interpretierten an diesem Abend zwei moderne Stücke, Cavatine von C. Saint-Saens, und Clown, Concertino Nr. 5 von C. Pichaureau. Hier fanden sich jugendlicher Elan, künstlerische Reife und bemerkenswerte Beherrschung der Instrumente zu einer Einheit zusammen.

Temperamentvoll und erfrischend frühlingshaft präsentierte sich der 1. Satz der Sonate für Flöte von F. Poulenc (1899-1963). Dieses Stück scheint der Flötistin Kristin Häring wie auf den Leib geschneidert zu sein. Mit Schwung und Elan nimmt sie spielerisch all die schweren Hürden.

Sportliche Interpretation

Paul Zimmermann Violine 1, Johanna Fürbringer Violine 2, Franz Meischner Viola, und Philipp Hunyadi Cello spielten als Streichquartett "Lascia ch'ìo pianga" aus der Oper "Rinaldo" von G. F. Händel mit bemerkenswerter Ruhe und Ausstrahlung. Sportlich ging dann das Frühlingskonzert zu Ende, denn Philipp Ferner spielte die Sonatine Sportive von A. Tcherepnine auf dem Altsaxophon. Dieses moderne Stück hatte es wahrlich in sich, und um all die Schwierigkeiten zu meistern, brauchte es schon auch einen "sportlichen Interpreten". Eine toll gespielte Nummer zum Abschluss des Konzertes.

Falsch! Es gab noch zwei Zugaben gespielt auf Blockflöten von allen Beteiligten der drei Jahrgangsstufen. (cei)

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