Dienstag, 21. November 2017

03. Juli 2009 18:55 Uhr

Der Eisen-Meteorit von Steinheim

Nördlingen/Steinheim (RN) - Er sei überzeugt, dass "die bisherige Geschichte über die Entstehung des Steinheimer Beckens in wesentlichen Teilen umgeschrieben werden muss". Diese Äußerung des Steinheimer Bürgermeisters Rainer Schaller war so in der lokalen Zeitung kürzlich nachzulesen. Eine derart grundlegende Aussage musste einen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Um diesen zu klären und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hatte der Förderverein des Rieskrater-Museums zu einem Vortrag geladen mit dem Thema: "Ries/Steinheim-Event, Mehrfachtreffer und Impactcluster in der Erdgeschichte". Vom Institut für Planetologie der Universität Stuttgart wurde dazu Dr. Elmar Buchner begrüßt, der in Zusammenarbeit mit Dipl.-Geologen Martin Schmieder ins Zerin nach Nördlingen eingeladen wurde.

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Aktueller Sachstand

Vor rund 40 Zuhörern, die vom Leiter des Rieskrater-Museums, Dr. Michael Schieber, begrüßt wurden, erläuterte der Referent zunächst den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand. Er führte aus, dass nach bisheriger Meinung beide Meteoritenkrater, das 3,5 Kilometer große Steinheimer Becken und der 25 Kilometer weite Rieskrater, gleichzeitig entstanden sind und zwar durch den Aufschlag zweier unterschiedlich großer Steinmeteoriten. Was für das Nördlinger Ries allerdings nach wie vor gilt, muss im Fall des Steinheimer Beckens nach Meinung von Buchner revidiert werden.

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Zugang zu Bohrkernen

Was war geschehen? Auf Vermittlung der stellvertretenden Leiterin des Rieskrater-Museums, Dipl.-Geologin Gisela Pösges, erhielten die beiden Stuttgarter Geologen Zugang zu Bohrkernen aus dem Steinheimer Becken, die im Keller des dortigen Meteorkrater-Museums im Ortsteil Sontheim lagerten. Ziel war es, mithilfe modernster Untersuchungsmethoden Fragen nach der Natur des Impaktkörpers und nach dem Zeitpunkt des Aufschlags zu stellen.

Dabei wurden die Bohrkerne, die in den Beckenbreccien (Trümmergesteine) gewonnen wurden, in Verfahrensweisen, die zum Zeitpunkt der Bohrungen noch gar nicht bekannt waren, wissenschaftlichen Untersuchungen unterzogen.

Erhöhter Nickelanteil

Dabei stellte sich heraus, dass in den Kernen Schmelzkügelchen und Eisensulfidkristalle auftraten, die erhöhte Gehalte an Nickel und Kobalt aufwiesen. Da in vielen Eisenmeteoriten ähnliche Erscheinungen zu beobachten sind, nehmen die Geologen an, dass es sich dabei um die geochemischen Spuren des Steinheimer Meteoriten handelt. Die Sensation war perfekt: Nicht ein Stein-, sondern ein Eisenmeteorit soll die Bildung des Steinheimer Beckens verursacht haben.

Das bedeutet aber nun, dass das Ries und der Steinheimer Krater nicht vom gleichen Meteoriten herausgesprengt werden konnten, und damit verbindet sich auch die Frage der Gleichzeitigkeit. Während das Ries nach neuesten Methoden 14, 3 bis 14,4 Millionen Jahre alt ist, liegen die Steinheimer Daten noch nicht vor.

Lebhafte Debatte

Es stellt sich dabei aber auch die Frage, ob ein etwa ein Kilometer großer Steinmeteorit (Ries) einen etwa 100 Meter großen Begleiter (Steinheim), den man auch als dessen Mond bezeichnen kann, sich als einen derart schweren Nachbarn suchen und einfangen konnte.

Eine lebhafte Debatte, die vom 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Dipl.-Geologe Ralf Barfeld aus Nördlingen, geleitet wurde, schloss sich an den Vortrag an, bei der der Referent mit Fragen regelrecht eingedeckt wurde.

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