Montag, 26. Februar 2018

13. Februar 2018 13:36 Uhr

Kirchheim am Ries

Die letzte Nonne des Kirchheimer Klosters

Vor 160 Jahren starb mit Anastasia Werner die einzig verbliebene Zisterzienserin. Ein Porträt der Frau hängt bis heute in den Mauern. Von Edwin Michler

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Porträt der Anastasia Werner aus dem Kloster Kirchheim am Ries.
Foto: Edwin Michler

Im vergangenen Jahr konnte die Gemeinde Kirchheim am Ries mit einem Festtag an die Gründung des Klosters Mariä Himmelfahrt vor 750 Jahren erinnern. In diesen Tagen gilt der Rückblick der letzten Zisterzienserin, die vor 160 Jahren das Zeitliche segnete.

Anastasia Werner (Wörner) aus Ellwangen starb am 14. Februar 1858 und wurde als letzte Zisterzienserin auf dem Klosterfriedhof beerdigt. Ein kleines Porträt hat sich im Kloster bis heute erhalten. Sie wurde am 28. August 1770 in Ellwangen geboren. Sie trat in den Konvent in Kirchheim ein und legte ihre Profeß am 8. August 1790 ab. Sie war über viele Jahre die Chorregentin des Klosters. Für Orgelspiel und Chorgesang mit den noch vorhandenen Mitschwestern war sie weit über die Aufhebung des Klosters hinaus verantwortlich. Erst im Jahre 1844 bat sie aus Altersgründen von diesem Dienst befreit zu werden. Das war dann wohl auch die Geburtsstunde des heutigen katholischen Kirchenchores. Ihre musikalische Ausbildung hatte sie durch den Ellwanger Stiftskapellmeister Johann Melchior Dreyer erhalten. Für sie war es sicher ein schmerzlicher Verlust, als nach dem Tod der letzten Äbtissin alle Musikalien aus dem Kloster im Jahre 1831 abgezogen und der fürstlichen Sammlung einverleibt wurden.

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Mit der Säkularisation fiel das Kloster Kirchheim mit vier weiteren Klöstern als Entschädigungsmasse dem Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein zu. Am 20. Oktober 1802 wurde nicht nur der Konvent, sondern das ganze Klosterareal mit allen Bediensteten für die Fürstinwitwe Wilhelmine Friederike, eine Tochter des Herzogs von Württemberg, in Besitz genommen. Fürst Kraft Ernst zu Oettingen-Wallerstein war erst kurz zuvor am 6. Oktober 1802 verstorben.

Über Jahrhunderte war das vom Grafen Ludwig III. von Oettingen und seiner Gemahlin Adelheid von Hirschberg gegründete Kloster auch Grablege der Familie. So durften nach der Aufhebung des Klosters und Umwandlung in eine fürstliche Domäne die Klosterfrauen ihren Lebensabend in Gemeinsamkeit verbringen. Eine Aussterbepension sollte dabei den Lebensunterhalt sichern. Die letzte Äbtissin war Maria Violantia II. Hirl. Sie wurde in Wemding am 10. November 1747 geboren, trat mit der Profeß am 28. Juli 1765 in den Orden ein und wurde am 6. Oktober 1782 im Beisein des Abtes Coelestin Angelsprugger von Kaisheim als Äbtissin gewählt. Schweren Herzens verabschiedete sie sich im Oktober 1802 als Verantwortliche von ihrer Klostergemeinschaft, die nun mit einem leiblichen Eid der neuen Herrscherin, der Fürstinwitwe Gehorsam schuldeten.

Der Konvent zählte zum Zeitpunkt dieser Zäsur noch 9 Chorfrauen und 17 Laienschwestern. Anstelle der früheren Kaisheimer Priester wurde nun der vom aufgehobenen Kloster Mönchsdeggingen stammende Pater Koller Beichtvater und Seelsorger.

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