Freitag, 23. Februar 2018

11. November 2010 16:25 Uhr

Ein Mosaikstein für das kollektive Gedächtnis

Nördlingen Eine größere Gruppe von Menschen kam am späten Mittwochnachmittag zur Enthüllung einer Gedenktafel für jüdische Mitbürger in die Nördlinger Judengasse. Sie ist am "Haus der Kultur", direkt hinter der Erinnerungsstele angebracht und listet die Namen derer auf, die während der Nazizeit deportiert und in Konzentrationslagern ermordet wurden. Initiiert hatte die Tafel Werner Eisenschink anlässlich der Ausstellung "Lebensbilder jüdischer Persönlichkeiten von einst" bei den Rieser Kulturtagen. Von jim benninger

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An den Pogrom vor 72 Jahren erinnert

Vor der Enthüllung erinnerte Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul auch an die sogenannte "Reichskristallnacht" vor 72 Jahren, während der auch Rieser jüdische Mitbürger verfolgt und eingesperrt wurden. Seit dem 13. Jahrhundert seien bereits Juden in Nördlingen ansässig gewesen und hätten in der Folge immer wieder mit Pogromen zu kämpfen, so der OB. Nun sei es längst an der Zeit, sich der Verantwortung zu stellen und zumindest mit einer Gedenktafel an die vor dem Zweiten Weltkrieg in Nördlingen ansässigen Juden zu erinnern.

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Viele Gäste begrüßt

Faul begrüßte viele Gäste, unter ihnen die Dekane Wolfermann und Erber und Stadträte, Sigried-Gunda Atzmon vom Freundeskreis Hainsfarther Synagoge, Simon Schenavsky, Sohn des damaligen Sponsors der Stele in der Judengasse, Klaus Wildförster und Dietmar Voges, die auch in Nördlingen einige "Stolpersteine" legten, oder Nikola David. Der Kantor der israelitischen Kultusgemeinde Augsburg sang und betete mit den Besuchern. Stadtarchivar Dr. Wilfried Sponsel erinnerte an die Ausstellung und frühere jüdische Nördlinger Bürger wie den Kultusbeamten Maier Fromm.

Dessen Verwandtschaft mit dem bekannten deutschen Psychoanalytiker Erich Fromm hatte Rolf Hofmann aus Stuttgart herausgearbeitet. Und direkt hinter der Erinnerungstafel sind in der jetzigen Bibliothek Bücher verwahrt von Hermann Keßler, Dietmar-Henning Voges, Carl Völkl oder Werner Eisenschink, die sich mit der jüdischen Vergangenheit des Rieses beschäftigten. Mit der Tafel habe das "kollektive Gedächtnis" der Stadt einen weiteren wichtigen Mosaikstein erhalten, so Wilfried Sponsel, und: "Ich bin sicher, dass die Menschen, die hier Halt machen, von den Schrecken dieser ,dunklen Jahre' erfasst werden."

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