Montag, 22. Januar 2018

08. Januar 2010 19:05 Uhr

Ein faszinierender Vogel kehrt ins Ries zurück

Nördlingen (RN) - Eine gute Nachricht aus dem Naturschutz übermittelt Jürgen Scupin, Vorstandsmitglied der beiden Rieser Naturschutzvereine - Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und Rieser Naturschutzverein: Der Kolkrabe, ein faszinierender Vogel, brütet wieder im Ries. "Während bei vielen Vogelarten die Bestandszahlen im Landkreis zurückgehen, und man das Verschwinden einiger Arten in nächster Zeit befürchten muss, gibt es auch positive Feststellungen", freut sich Jürgen Scupin. Hier sein Bericht:

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Der Kolkrabe ist unser größter Rabenvogel, der mit einer Flügelspannweite von 1,20 bis 1,50 Meter auch im Flug eine imposante Erscheinung darstellt. Er ist erfreulicherweise als Brutvogel in den Landkreis zurückgekehrt.

Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre stellte sich die Situation des Kolkraben völlig anders dar. Er war in Deutschland nur noch östlich der Elbe, und im Alpen- oder Voralpenraum anwesend. Im restlichen Land war er ausgerottet worden. Vor rund zehn Jahren wurden die ersten Nachweise aus benachbarten fränkischen und baden-württembergischen Landkreisen gemeldet. Der Kolkrabe hatte sich still und heimlich wieder in den Wäldern der schwäbischen und fränkischen Alb heimisch gemacht. Von dort schaffte diese streng geschützte Art nun den Weg auch in den Landkreis Donau-Ries. Sowohl am Riesrand, als auch am Rand des Donautales brütet er wieder.

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Der große Vogel fällt sowohl im Flug als auch beim Futtersuchen zu Fuß auf. Selbst dem ungeübten Beobachter fällt der Größenunterschied zu seinen nächsten Verwandten, den Saatkrähen und Rabenkrähen - auf. Er überragt diese in der Körperlänge um mehr als 15 Zentimeter und im Flugbild um bis 35 Zentimeter.

Nicht zu vergessen ist seine markante Stimme. Wer einmal seine tiefen "krok-krok" Rufe gehört hat, vergisst sie nicht mehr. Somit sollte eine Verwechslung mit dem kleineren und jagdbaren Vetter Rabenkrähe in den Jagdrevieren des Landkreises nicht möglich sein.

Seine Balz und Brut beginnt sehr früh im Jahr. Bereits im Februar können schon Eier, bevorzugt in Felsenhorsten, aber auch in Baumhorsten, gelegt sein. Das Männchen bewacht sehr aufmerksam sein brütendes Weibchen. Beide Elternteile kümmern sich um den Nachwuchs. Wenn sich die ersten Stoppeläcker zeigen, sieht man dann auch die kleinen Familienverbände mit den Jungvögeln.

In den vergangenen Jahren haben sich Verhaltensforscher stärker mit Rabenvögeln beschäftigt. Sie wiesen dabei erstaunliche Leistungen des Lernens und des Erinnerns nach. Diese Vögel haben die Fähigkeit, Probleme durch Denken zu beheben, sie können strategisch und vorausschauend denken.

In den vergangenen Jahren ist das Verbreitungsgebiet des Kolkraben wieder bis zum Bodensee und bis nach Schleswig-Holstein in Norddeutschland, mit ein paar unbesetzten Regionen in der Mitte unseres Landes, ausgedehnt worden. Hoffentlich bleibt unser Landkreis von diesem beeindruckenden Vogel besiedelt. Aufmerksame Ornithologen werden die Entwicklung genau im Auge behalten.

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