Nördlingen Den Brauring, einen Zusammenschluss mittelständischer Brauereien, gibt es seit 37 Jahren. Jährlich zeichnet er Bierprodukte aus, doch heuer gibt es eine Neuerung: Die Nördlinger Anker-Brauerei wird nicht nur, wie bisher üblich, für eine einzelne Biersorte ausgezeichnet. Sie erhält gleich für Nördlinger Premium-Pils, Grandl, Rieser dunkles Weizen und Rieser Hefeweizen das Brauring-Qualitätssiegel, das künftig auf den entsprechenden Etiketten prangen wird. Die Biere wurden im Labor eines unabhängigen Institutes untersucht und entsprachen allesamt den Preiskriterien hinsichtlich Geschmack, Klarheit, Farbe und Schaum.

Darüber hinaus wird mit der Anker-Brauerei heuer zum ersten Mal einer ganzen Brauerei das Gütesiegel verliehen. "Für kleine Betriebe sind solche Auszeichnungen wichtig, weil sie kommunizieren, dass hier handwerkliche Arbeitsweise praktiziert wird und der Betrieb ein perfektes Unikat darstellt", so Matthias Hajenski, der Geschäftsführer des Brauringes. Er überbrachte das goldene Siegel als Mitglied im Hofstaat der Spalter Hopfenkönigin.
Hajenski erläuterte die Hintergründe dieser Stärkung mittelständischer Betriebe: Große bayerische Biermarken seien längst in der Hand ausländischer Konzerne, Geld und die Verwaltungen gingen ins Ausland. Die Massenware müsse immer und überall schmecken, was zuweilen auf das Fehlen jeglichen Geschmacks als gemeinsamer Nenner hinauslaufe.
Es gäbe jedoch in jeder Region einen bestimmten bevorzugten Geschmack, dem die regionalen kleinen Brauereien Rechnung tragen. "Tradition verpflichtet", fasste Hajenski die Verantwortung dieser mittelständischen Brauereien zusammen. "In ihrer Heimatregion hat die Brauerei ein Gesicht, man trifft den Chef auf der Straße und kennt den Braumeister."
Ankerbräu-Geschäftsführer Florian Koch brachte seinen Stolz und die Freude über den Preis zum Ausdruck und bestätigte, dass die Heimatregion die Basis seines Unternehmens sei. Von dieser Basis aus sei es aber durchaus möglich, sich durch überregionale Aktivitäten "gegen den Markt zu stemmen". Dabei führte er die Anker-Erfindung "Beer in box" an, bei der dem Bier die Kohlensäure entzogen, das Bier in Folienbeuteln und Kartons verschickt und dann wieder mit Kohlensäure angereichert wird. Gerade für kleinere Brauereien löse dies viele logistische Probleme wie den Verlust von Fässern, die vom Export oft nicht zurückkämen.
Mit dem entsprechenden Ansehen im Rücken, das durch das Brauring-Gütesiegel auf jeden Fall gestärkt werde, habe man eine Chance gegen solche und andere Marktwidrigkeiten wie sinkenden Konsum oder Rauchverbot. (hum)
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