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28. November 2009 05:29 Uhr

Endspurt bringt wohl den Durchbruch

Nördlingen (hum) - "Verglichen mit den letzten Volksbegehren läuft es besser", erklärt Hermann Laznicka von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Oettingen bei der Umfrage der Rieser Nachrichten zum Stand des Volksbegehrens für besseren Nichtraucherschutz. Damit spricht er für alle befragten Behörden. Zur derzeitigen ersten Phase, bei der sich zehn Prozent der Stimmberechtigten für die Unterstützung des Volksbegehrens an sich eintragen müssen, prognostiziert er: "Es wird knapp, aber der Endspurt, der erfahrungsgemäß kommt, dürfte die nötigen zehn Prozent an Eintragungen bringen. Entscheidend sind natürlich die Ballungsräume."

Carmen Lechner, stellvertretende Leiterin des Nördlinger Ordnungsamtes, bestätigt den Beschleunigungstrend: "Von Tag zu Tag kommen deutlich mehr Bürger, um sich einzutragen." Dabei komme es auch auf äußere Umstände an, die den Gang zu den Listen beschleunigen: "Am Mittwoch, als es extrem warm und sonnig war, trugen sich gut 150 Bürger ein, 50 Prozent mehr als am Vortag. Auch der Samstag mit dem Wochenmarkt wurde sehr gut angenommen."

Es fällt auf, dass das Verhalten der Bürger, die sich eintragen, lokal variiert: Kann Hermann Laznicka keine Schwerpunkte in Alter oder Geschlecht ausmachen, so stellt Carmen Lechner ganz klar fest: "Es kommen überwiegend ältere Bürger und kaum Jugendliche." Die Bürger bringen ihre Motivation klar zum Ausdruck: In erster Linie geht es Nichtrauchern darum, "nicht wie ein Aschenbecher aus dem Lokal zu kommen", wie es jemand formulierte. "Die Erfahrung, wie angenehm es vollkommen ohne Qualm in einem Lokal ist, hat sich in den Köpfen festgesetzt, das wünschen sich viele zurück", kann Lechner aus den Reaktionen heraushören.

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Wer glaubt, nur Nichtraucher tragen sich ein, irrt - es haben sich auch schon Raucher "geoutet", die finden, dass mehr zum Schutz der Nichtraucher getan werden muss. Die Raucherfront scheint sogar mitten durch Familien zu laufen - so erschien in Oettingen ein Ehepaar, von dem sich die Frau eintrug und der Mann nicht. "Ich habe da eine andere Auffassung", sagte er.

Es gibt aber auch den politisch motivierten Antrieb: "Man kann nicht etwas beschließen und es dann zurücknehmen, nur, weil einem ein Wahlergebnis vielleicht nicht gepasst hat", zitiert Anita Meyer vom zuständigen Sachgebiet in der VG Wemding einen der Eingetragenen, der wohl für viele andere spricht. Ronald Heckel, Chef des Harburger Ordnungsamtes, kann derartige Einstellungen bestätigen: "Vielen stößt das Hin und Her auf, das Zurückrudern hat den Leuten nicht gefallen." Heckel kann in Harburg das bisher deutlich beste Ergebnis im Ries verbuchen, hat aber keine Erklärung dafür: "Die Bürger sind sichtbar stärker motiviert als bei früheren Volksbegehren", stellt er fest - das trifft aber auch auf die übrigen Städte zu. Insgesamt liegt Schwaben unter allen bayerischen Regierungsbezirken hinten, Oberbayern liegt vorne.

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