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08. Juli 2009 15:05 Uhr

Nördlingen

Ex-Polizist soll Frauen vergewaltigt haben

Gleich auf sechs Prozesstage ist die heute beginnende Verhandlung gegen Norbert L. (Name geändert) angesetzt. Dem Ex-Beamten der Nördlinger Polizeiinspektion werden eine Vielzahl von Delikten vorgeworfen. Unter anderem geht es vor dem Landgericht Augsburg unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rothermel um mehrfache Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, exhibitionistische Handlungen, Nachstellung, unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln, Unterschlagung und den unerlaubten Besitz einer Waffe.

Vorspiegelung dienstlicher Gründe

Der Mann sei hinreichend verdächtig, so die Staatsanwaltschaft, seine Stellung als Polizeibeamter ausgenutzt zu haben, um Kontakte zu Frauen zu knüpfen, die selbst oder deren Freunde oder Verwandte der örtlichen Drogenszene angehörten. Zunächst soll der Angeschuldigte unter Vorspiegelung dienstlicher Gründe Treffen arrangiert haben, wobei es auf der Dienststelle, im Dienstfahrzeug oder in der Wohnung der Geschädigten zu sexuellen Kontakten gegen den Willen der Frauen gekommen sein soll. Dabei habe der Angeklagte beispielsweise (nachdem es bereits im Jahr 1997 zu einem Vorfall gekommen sein soll) seit 2005 zwei Frauen im Alter von 26 und 32 Jahren mehrfach auf verschiedene Weise sexuell heftig drangsaliert, wobei es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sei.

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Weiterhin ist der Angeschuldigte dringend verdächtig, zwei weitere Frauen im Alter von 20 und 22 Jahren mittels zahlreicher SMS und Anrufe nachgestellt zu haben, um sie zu privaten Treffen zu bewegen. Zudem habe der Mann ein Gewehr ohne dienstlichen Anlass und ohne die erforderliche Erlaubnis von der Dienststelle mit nach Hause genommen und dort verwahrt.

Zuordnung nicht mehr möglich

Schließlich soll Norbert L. Betäubungsmittel (Marihuana und Haschisch mit einem Gesamtgewicht von über einem Kilogramm), die er im Rahmen seiner Ermittlungstätigkeit sichergestellt hatte, so in verschiedenen, nur ihm zugänglichen Schränken in der Dienststelle und bei sich zu Hause verwahrt haben, dass eine Zuordnung zu konkreten Ermittlungsverfahren nicht mehr möglich ist.

In Untersuchungshaft

Der Ende Oktober 2008 festgenommene Ex-Polizist saß bis zur Außervollzugsetzung des Haftbefehls des Amtsgerichts Augsburg Mitte November 2008 in Untersuchungshaft.

Bereits für den heutigen ersten Prozesstag sind ein Sachverständiger und sechs Zeugen angekündigt. Der zweite Verhandlungstag soll bereits am Freitag stattfinden, der dritte dann am 17. Juli. Der 23. Juli, der 24. Juli und der 31. Juli sind die weiteren Termine, an denen sich Norbert L. vor der 8. Strafkammer des Augsburger Landgerichts verantworten muss.

Der gesetzliche Strafrahmen sieht für sexuelle Nötigung und unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge jeweils Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu 15 Jahren, für Vergewaltigung Freiheitsstrafen von zwei Jahren bis zu 15 Jahren, für Nötigung, Nachstellung, Unterschlagung und unerlaubtem Besitz einer Waffe jeweils Freiheitsstrafen von einem Monat bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

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