Bei der Jahresabschluss-Sitzung des Oettinger Stadtrates zogen Bürgermeister Matti Müller und die Fraktionssprecher die Bilanz des abgelaufenen Jahres und machten Prognosen für 2011. Der Tenor schlug sich in der Ansprache des Bürgermeisters nieder: Gewerbesteuer sei 2010 reichlich geflossen, doch seien überregionale Politiker schwer zu rügen, dass das Städtebau-Förderprogramm der "Sozialen Stadt" eingebrochen und die Mittel um 70 Prozent gestrichen worden seien. Im nächsten Jahr müsse man wieder mit geringerer Gewerbesteuer rechnen, die Kreisumlage werde um mindestens 300 000 Euro steigen und die Schlüsselzuweisungen für Oettingen werden um 46 Prozent auf 373 000 Euro sinken.
Weichen noch gestellt
Ungeachtet aller Widrigkeiten habe man noch die Weichen gestellt, um bald die Zwingerstraße zu sanieren und den Zwingerturm in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Niederhofen und Erlbach sollen endlich ans städtische Abwassernetz überführt und die Kinderkrippenplätze im kommenden Jahr massiv erweitert werden.
Der Bürgermeister sprach auch persönliche Schicksalsschläge an. Der Tod von Helmut Stowasser habe jeden im Saal hart getroffen und auch die Krankheit der 2. Bürgermeisterin Gertrud Jaumann und des Kämmerers Bernd Helbig habe große Sorgen und Probleme verursacht. Seine Nachfolgerin Birgit Mayer habe in bemerkenswerterweise die Lücke geschlossen.
CSU-Fraktionssprecher Thomas Fink stellte heraus, dass man im laufenden Jahr die finanziellen Ziele erreicht habe, ohne die eigenen Möglichkeiten zu überschätzen.
Zwei Seiten eines Jahres ...
Ursula Straka (SPD) erinnerte an die zwei Seiten des abgelaufenen Jahres, das Ende des Programmes der "Sozialen Stadt", aber auch den Beschluss zur Sanierung der Volksschule. Auch Bernhard Raab (Stadtteilliste) stellte die extrem unterschiedlichen Seiten des Jahres heraus, neben bereits genannten Projekten dürfe die Straßensanierung nicht vernachlässigt werden.
Ludwig Däubler, Vertreter der Aktiven Bürgerliste, betonte die Kollegialität im Stadtrat, die aber Raum für ein konstruktives Gegen-den-Strom-Schwimmen beherzter Einzelner lassen müsse. Rudolf Oesterle (PWG) dankte wie alle Sprecher Verwaltung und den Ratskollegen für die faire und fruchtbare Zusammenarbeit und engagierten Bürgern für ihre Mitgestaltung am Stadtgeschehen.
Bürgermeister Müller zog auch eine Bilanz für 2010 in konkreten Haushaltszahlen: Der Verwaltungshaushalt der Stadt beläuft sich auf 8,973 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf 3,764 Millionen. Die Schulden wuchsen übers Jahr von 4,315 auf 5,446 Millionen Euro an.
Der Verwaltungshaushalt der gemeinschaftlichen Seelhauspflege beläuft sich auf 1101,51 Euro, der Vermögenshaushalt auf 287 Euro, Schulden gibt es keine.
Der Verwaltungshaushalt der Katholischen Seelhauspflege beträgt 4775,75 Euro, Vermögenshaushalt und Schulden belaufen sich auf Null. Alle Haushalte wurden vom Stadtrat einstimmig entlastet.
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