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29. Januar 2010 19:15 Uhr

Gespräch mit dem Minister

Oettingen (bs) - Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle traf gestern pünktlich mit seinem Dienst-Audi vor dem Albrecht-Ernst-Gymnasium (AEG) in Oettingen ein, wo ihn Landrat Stefan Rößle und Schulleiterin Claudia Langer empfingen, die ihn eingeladen hatte. Einen musikalischen Empfang boten ihm die "Streicher" der Schule, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Klassen fünf bis neun zusammensetzen, unter der Stabführung von Günter Simon.

Ausstellung eröffnet

Der Minister eröffnete eine von den Klassen 5b und 6a konzipierte Ausstellung zum Thema "20 Jahre Mauerfall". Der CSU-Politiker war so beeindruckt, dass er dazu einlud, die Ausstellung bei ihm im Kultusministerium in München zu zeigen.

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Danach machte sich Spaenle ein Bild von den "flexiblen Klassenzimmern", die von Schulleiterin Langer konzipiert und als erste in Bayern eingeführt wurden. Mit dieser Art von Unterricht (die Schüler sitzen an variablen Dreier-Tischen) soll das selbstständige Lernen, die Kommunikation und das Miteinander gefördert werden. "Außerdem ist es stressfreier", sagte Langer. Diese Art des Unterrichts werde derzeit in den fünften und sechsten Klassen praktiziert.

Nach einem Abstecher in einen Seminarraum, wo Oberstudienrat Alois Mayr ein aktuelles Projekt vorstellte, sprach der Staatsminister mit drei Schülerinnen der 11. Klasse, die im kommenden Schuljahr erstmals das "G8-Abitur" ablegen. Er wollte wissen, wie ihre Erfahrungen mit G8 seien. Die Schülerinnen fragten den Minister unter anderem, ob es nicht möglich gemacht werden könnte, nach der 10. Klasse ein paar Fächer abzulegen, um sich mehr auf die für das Abitur relevanten Fächer zu konzentrieren. Spaenle zeigte zwar Verständnis für dieses Anliegen, wies aber gleichzeitig darauf hin, wie wichtig ihm eine breite Allgemeinbildung sei.

Klage über enormen Leistungsdruck

Dr. Michaela Scheible, Vertreterin des Elternbeirates, machte aus ihrem Ärger über die Auswirkungen des G8 auf die Schüler kein Geheimnis: Die Stundenzahlen seien viel zu hoch, die Kinder dadurch einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt, Kopfschmerzen und Prüfungsängste kämen hinzu, die Freizeit werde eingeschränkt.

Spaenle, der auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz ist, betonte, seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums sei die Stundenzahl bereits reduziert worden. Er wies zudem darauf hin, dass ein Schüler von der 5. Klasse bis zum Abitur 265 Pflichtstunden absolvieren müsse, um seinen Abschluss deutschlandweit anerkannt zu bekommen.

Etwas abrupt musste der Dialog beendet werden, weil der Minister in eine Telefonkonferenz mit seinen Länderkollegen gerufen wurde.

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