Dirgenheim (gne) - Die Sperrung der B 25 für den Schwerlastverkehr geht überwiegend zu Lasten der L 1060. Daran gibt es für die betroffenen Bürger in Dirgenheim, Benzenzimmern, Itzlingen, Kerkingen, Zöbingen und Röhlingen keinen Zweifel. "Wie können wir uns dagegen zur Wehr setzen?" So überschrieb der Dirgenheimer Ortsvorsteher Alois Strobel seine Einladung an alle Betroffenen zu einem Diskussionsabend am Freitagabend im Dirgenheimer Gasthaus "Zum Kreuz".
Knapp 80 Bürgerinnen und Bürger kamen und nutzten die Gelegenheit, um ihrem Unmut über den fränkischen Alleingang, aber auch über die abwartende Haltung der eigenen Politiker, Luft zu machen. Die unerwartet große Resonanz war für Strobel ein Indiz dafür, dass erheblicher Diskussions- und Handlungsbedarf bestehe. "Über die Sperrung zu schimpfen ist müßig", sagte Strobel. Wichtig sei es nun, dass die betroffenen Gemeinden zusammenarbeiteten, denn: "Wenn wir etwas erreichen können, dann nur miteinander." Anstatt kleiner lokaler Nadelstiche schlug er die massive Blockade der L 1060 an einem Tag vor, stundenweise entlang der L 1060 von Röhlingen bis Dirgenheim.
Zusammen Druck aufbauen
Auch Josef Abele von der Bürgerinitiative in Röhlingen war überzeugt, dass die Gemeinden zusammen viel mehr Druck aufbauen und öffentliche Aufmerksamkeit erregen könnten. Er forderte dazu auf, in allen Ortschaften Tempo 30 zu beantragen und so über längere Fahrzeiten die Attraktivität dieser Mautausweichstrecke zu verringern. Außerdem machte er den Vorschlag, eine gemeinsame Bürgerinitiative zu gründen.
Zöbingens Ortsvorsteher Bernhard Schmid zeigte sich skeptisch gegenüber der Tempobeschränkung. Der Anteil an Mautflüchtlingen sei geringer als man glaube, von der Beschränkung seien auch die Anlieger betroffen, warnte er. Da der Verkehr sich bis 2025 verdoppeln werde, seien Umgehungsstraßen die einzig echte Lösung.
Für Ortsumfahrungen
Benzenzimmerns Ortsvorsteher Ludwig Michel informierte über den Sperrungsantrag für Benzenzimmern. Tempo 30 bringe zwar weniger Lärm, aber keine Entwarnung für die Gefahr bei Begegnungsverkehr in ihrer engen, kurvigen Ortsdurchfahrt. Auch der Kerkinger Ortschaftsrat Roland Ziegler warnte davor nur mit dem Mautausweichverkehr zu argumentieren und sprach sich für Ortsumfahrungen aus.
"Noch vor den Wahlen"
Ortsumfahrungen für alle Ortschaften oder gleich eine neue Trasse der L 1060? Die Erfolgsaussichten schienen auch den Diskussionsteilnehmer in Dirgenheim eher gering. Wichtig sei es, Forderungen zu stellen, Druck auf die Politiker aufzubauen - "und zwar umgehend", so Ilse Weber aus Benzenzimmern. "Noch vor den Wahlen", ergänzte Abele.
Zur Organisation gemeinsamer Protestaktionen und zur Koordination des gemeinsamen Widerstands beschloss die Versammlung die Gründung einer Bürgerinitiative mit Vertretern aller betroffenen Gemeinden entlang der L 1060. Das erste Treffen ist für den 10. Februar anberaumt. Für die neue BI warb Ortsvorsteher Alois Strobel noch vor Ort um Unterstützung: "Die BI wird nur etwas bewirken können, wenn die Bevölkerung auch dahinter steht."
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