Die Ansage war deutlich: "Wir müssen die Qualität wieder in den Vordergrund stellen. Nur so können wir uns von der Beliebigkeit in der Gastronomie absetzen."
Dies sagt einer, der es wissen muss. Joachim Kaiser, Chef des Gourmet-Restaurants "Meyer's Keller" in Nördlingen, bezog bei der Auftaktveranstaltung der Aktion "Geopark Ries kulinarisch" im Rieskratermuseum deutlich Position: Die Qualität der Angebote mancher gastronomischer Betriebe in der Region lasse sehr zu wünschen übrig. Diese Ansicht vertreten offensichtlich auch sechs Kollegen von ihm und weitere Partner, die sich unter dem Dach "Geopark Ries kulinarisch" zusammengetan haben.
Sie stehen für den Entschluss, der "schleichenden Verarmung" des regionalen Gastronomieangebotes durch Gleichmacherei und Austauschbarkeit des Angebotes entgegen zu wirken. Deshalb solle die Donau-Rieser Küche und die regionale Identität in den Kochtöpfen wieder stattfinden. Der Gast müsse schmecken können, wo er isst. Die regionale Küche werde durch die Verwendung "herdnah gewachsener Produkte" wieder erkennbar und eine eigene Identität erlangen.
Um all diese Ziele zu unterstreichen, wurde ein eigener "Codex" unterzeichnet. Dort heißt es unter anderem: "Auf den Geopark kulinarisch- Speisekarten stehen nur Produkte von Produzenten aus der Region", "Produzenten und Gastronomen arbeiten Hand in Hand bei der Erhaltung und Vermarktung naturbelassener, heimischer Produkte", "Die Produzenten verpflichten sich zu artgerechter Haltung von Tieren mit natürlicher Aufzucht und erteilen jeder Art von Genmanipulation eine klare Absage."
Entstanden ist die Idee des "Geopark Ries kulinarisch" im vergangenen Jahr. Joachim Kaiser und der Werbefachmann Peter Urban aus Nördlingen ereiferten sich bei einem Treffen über die Beliebigkeit in der Gastronomie. Im Gespräch kamen sie auf viele Möglichkeiten und gute Produkte, die die Region hervorbringen könne. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde schließlich die Idee einer "Renaissance" der ureigenen Donau-Rieser Küche geboren.
Auch die übrigen Redner zeigten sich beim Auftakt angetan von dem neuen Projekt. Nördlingens OB Hermann Faul beispielsweise sieht die Aktion als "Angebot an die gesamte Bevölkerung", die eine breite Öffentlichkeit verdiene. Landrat Stefan Rößle wünschte sich, das Projekt solle richtig "einschlagen" und eine breite Akzeptanz erlangen.
Nach Ansicht von Geopark-Geschäftsführer Günther Zwerger kann sich die heimische Küche jetzt "vom Einheitsbrei" abheben. Er kündigte an, im Laufe der Zeit zu testen, wie das neue Angebot in der Bevölkerung ankomme.
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