Samstag, 18. Mai 2013

30. April 2012 12:07 Uhr

Vortrag

„Mobbing wird nicht geduldet“

Schulpsychologe Hubert Stapf in Deiningen

Deiningen Mobbing in der Schule – was können wir dagegen tun? Unter diesem Gedanken stand ein Elternabend, zu dem die Grund- und Mittelschule Deiningen eingeladen hatte. Dieser Vortragsabend war auch im Sinne des schulischen Fördervereins „Wirtschaft und Schule aktiv“ und seiner Präventionsarbeit. Referent war Schulpsychologe Hubert Stapf, der im Landkreis Donau-Ries für die Grund- und Mittelschulen zuständig ist.

Anhand von Fallbeispielen aus der Schulpraxis hielt Hubert Stapf einen informativen und aufschlussreichen Vortrag. Unter Mobbing in der Schule verstehe man ein gegen Schüler gerichtetes Gemeinsein, Ärgern, Angreifen oder Schikanieren. Dabei werde Mobbing immer über einen längeren Zeitraum und ganz bewusst eingesetzt. Neben den Mobbern spielten auch die Zuschauer eine wichtige Rolle. Denn: „Es gibt kein Mobbing ohne Publikum.“

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Mobbing in der Schule könne direkt, also verbal oder körperlich, aber auch indirekt, zum Beispiel durch soziale Isolierung, erfolgen.

Was können Lehrer gegen Mobbing in der Schule tun? Hier nannte Stapf eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Auf keinen Fall dürfe man Mobbing ignorieren oder bagatellisieren. Es müsse klar Stellung bezogen werden. Es müsse deutlich gemacht werden: Hier wurde eine Grenze überschritten. Wichtig sei auch das Gespräch mit dem Opfer, das sich oft minderwertig fühle. Das Opfer müsse erkennen: „Es liegt nicht an mir.“

Bei Gesprächen mit den Tätern sei darauf zu achten, dass ihnen eindeutig vermittelt werde: „Euer Handeln wird nicht geduldet.“ Die Entscheidung, ob es „Spaß“ sei, wenn einem zum Beispiel jeden Tag die Mütze vom Kopf gezogen werde, treffe das Opfer.

Eltern und Schüler gab Hubert Stapf den Rat, sich bei Mobbing immer Verstärkung zu suchen. „Petzen“ sei in diesem Fall nicht feige, sondern mutig und richtig.

Für große Betroffenheit unter den Anwesenden sorgte der Fall einer Schmiererei in einem Bushäuschen, bei der zwei Mädchen eine Mitschülerin indirekt zum Selbstmord aufforderten. In solchen Fällen riet der Schulpsychologe neben den Eltern auch die Polizei einzuschalten und Anzeige zu erstatten.

Aktiv gegen Mobbing in der Schule anzugehen funktioniere nur, wenn alle Beteiligten – also Lehrer, Eltern und Schüler – gemeinsam an einem Strick ziehen. (pm)

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