Marktoffingen (pm) - "Wir lernten uns praktisch im Flugzeug kennen", erzählten Hanna Offinger (Marktoffingen) und Miriam Elling (Gerlingen) bei einem Vortrag über ihre Erlebnisse während des zehnmonatigen Aufenthaltes bei den Sternenkindern in Los Angeles/Chile. Dort halfen sie in einer Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche mit.

In der gut gefüllten Gaststätte in Marktoffingen begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Steger, zahlreiche Interessierte, darunter auch sehr viele junge Leute. Besonders freute er sich über den Besuch von Karl Wolf von der Diözese Augsburg, der für das Projekt "Weltwärts" die Einsätze bei den Sternenkindern koordiniert und organisiert.
Es sei sehr mutig, sagte Steger, sich als junger Mensch mit 18 Jahren zu entscheiden, alleine zehn Monate in ein fremdes Land zu gehen und dort mitzuarbeiten. Aber die Erfahrungen, die die beiden Freiwilligen in Chile gemacht hätten, prägten für das Leben und ließen alles unter einem etwas anderem Blickwinkel erscheinen.
Dies konnten Hanna Offinger und Miriam Elling in ihrem sehr lebendig vorgetragenen Bericht gut den Zuhörern vermitteln. "Es war für uns total faszinierend, mit welcher Liebe und großem Engagement die Lehrer mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten." Als Beispiel wurde die morgendliche Begrüßung in der Schule genannt, bei dem die Schüler ihre "Tias und Tios" (Tanten und Onkels) umarmen. "Wo gibt es dies bei uns in Deutschland, dass die Schüler am Morgen ihre Lehrer umarmen", so die Frage an die Zuhörer. Doch der Respekt und die Achtung vor den Lehrerinnen seien trotzdem sehr groß.
Eingesetzt waren die beiden jungen Frauen in einer Gruppe, in der sie teilweise als Zweitkraft mithalfen. Sie arbeiteten mit den Kindern, besuchten mit der Sozialarbeiterin auch deren Eltern oder führten eigene Projekte durch. "Gerne erinnere ich mich an den von uns erteilten Gitarrenunterricht, bei dem wir den Kindern einige Grundkenntnisse vermitteln konnten. Es war natürlich sehr mühsam, aber es hat den Kindern sehr viel Spaß gemacht."
Überhaupt werde in Chile sehr viel und bei jeder Gelegenheit getanzt. "Da kann es passieren, dass Jugendliche, die am Abend im Klassenzimmer auf den Bus warten, den Radio-Recorder anschalten und tanzen. Natürlich blieben wir nicht verschont und waren dann immer mittendrin", erzählt Miriam Elling, der man, wie auch Hanna, anmerkt, dass ihnen diese Spontanität und die Freude bei uns Deutschen ein wenig fehlt.
In den großen Ferien (Januar und Februar 2009) besuchten die beiden jungen Frauen im Norden (Arica) das von "Weltwärts" vorgeschriebene Zwischenseminar. "Wir nutzten natürlich die Ferien auch, um zu reisen", erzählten die Frauen. Zum Beispiel ging es auch ins nahe Peru, wo eines der sieben Weltwunder, der Machu-Pichu besucht wurde. Faszinierende Landschaften mit vielen Bergen und sehr viel "Grün" entdecken die Beiden bei ihrer Reise durch Peru.
Mit vielen Bildern, die Hanna Offinger und Miriam Elling zeigten, zogen sie die Zuschauer in den Bann. Als kleines kulinarisches Highlight bekam jeder der Besucher eine chilenische Spezialität, "Empanada" (gefüllte Teigtaschen), die offensichtlich sehr gut schmeckten.
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