Freitag, 24. Mai 2013

23. April 2012 12:06 Uhr

Regionalverband

Neues Angebot für Asperger Autisten

Freizeitangebot soll aus der Isolation führen Von Heike Jahnz

Erika Bayerle, Vorsitzende des Autismus-Regionalverbands Donau-Ries/Nordschwaben, weist auf ein neues Angebot hin: Bei wöchentlichen Freizeitangeboten können Asperger Autisten Kontakte knüpfen und Selbstvertrauen aufbauen.
Foto: heja

Hainsfarth Mit einem Freizeitangebot für Asperger Autisten will der Autismus Regionalverband Donau-Ries/Nordschwaben die Situation von Autisten in der Region weiter verbessern: „Ein solches Angebot gibt es im Donau-Ries-Kreis noch nicht und unsere Aufgabe sehen wir darin, derartige Angebotslücken zu schließen“, sagte Erika Bayrle, Regionalverbandsvorsitzende. Diese Freizeittreffen finden in der Geschäftsstelle in der Grundschule Hainsfarth statt. Für dieses Angebot hätten sich bereits vier Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren angemeldet. Es soll die Kontaktfähigkeit und Sozialkompetenz gefördert werden, so Bayrle.

Asperger Autisten seien nicht geistig behindert und durchliefen oft eine ganz normale Schullaufbahn. Häufig verfügten sie über sogenannte „Inselbegabungen“ und interessierten sich für Dinge, die andere nicht mit ihnen teilen könnten. Das Hauptproblem der Asperger Autisten sei die soziale Kompetenz: „Vor allem in der Pubertät zeigt sich das deutlich. Sie kommen nach Hause und igeln sich ein.“ Oft würden sie vor dem Computer sitzen und anonym chatten. Bayrle: „Es sind richtige Eigenbrötler.“ Auch als Erwachsene hörten die Probleme nicht auf, im Gegenteil: Probleme im Beruf, vor allem dort, wo Teamarbeit gefragt sei, führten zum häufigen Arbeitsplatzverlust. „Ich werde nicht selten von solchen Erwachsenen angerufen, die sich bei mir erkundigen, wo sie sich diagnostizieren lassen könnten.“ Typisch bei Asperger Autisten sei die Angst vor dem Kontakt zu anderen Menschen. Genau daran wolle das neue Angebot anknüpfen: „Heilerziehungspfleger Klaus Stohler wird sich mit der vierköpfigen Gruppe einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden treffen. Er hat eine über 30-jährige Berufserfahrung.“ Zunächst seien Aktivitäten wie Malen, Nordic Walking oder Fußball, aber auch Kinobesuche oder gemeinsamer Tanz geplant. „Das wird sich aber je nach Interessenlage entwickeln.“ Wichtig sei, dass Kontakte entstünden und Selbstbewusstsein aufgebaut werde.

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Aber auch der Austausch zwischen den Eltern sei sehr wichtig: „Hier ist der Bedarf sehr groß, das gilt generell für Eltern mit autistischen Kindern. Denn die Schwierigkeiten sind sehr massiv.“

Das neue Freizeit-Angebot des Regionalverbands ist kostenfrei, betont Erika Bayrle. Der Verein hoffe, auf diese Weise neue Mitglieder gewinnen zu können.

Kontakt: Wer Interesse an dem neuen Freizeitangebot oder für die Arbeit des Autismus-Regionalverbands hat, kann sich an Erika Bayrle wenden, Telefon 09082/73196. Im Internet: www.autismus-donau-ries.de.

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