Die Inneneinrichtung der Stadtpfarrkirche St. Sebastian in Oettingen ist verwüstet worden. Auch in der evangelischen Kirche St. Jakob ging einiges zu Bruch. Nun stehen vier Schüler in Verdacht.

Zuerst war es vor allem ein Ärgernis, aber jetzt geht es auch ins Geld: Oettingens Stadtpfarrer Dr. Ulrich Manz erklärte in einem Gespräch mit unserer Zeitung, dass am Wochenende zum wiederholten Mal die Inneneinrichtung der Stadtpfarrkirche St. Sebastian in Oettingen verwüstet worden sei.
Auch in der evangelischen Kirche St. Jakob kam es am Samstag zu Vorfällen, erklärte Pfarrerin Ingrid Braun. Allerdings seien diese nicht so massiv gewesen wie in St. Sebastian.
Dort beobachtet Pfarrer Dr. Manz schon seit Wochen, dass Jugendliche sich an der Inneneinrichtung der Kirche zu schaffen machten. Was zuvor noch als "Bubenstreich" hätte durchgehen können, sei mit den Geschehnissen am Samstag aber zum regelrechten Vandalismus ausgewachsen: "An den Opferlichtständern sind alle Kerzen angezündet und das flüssige Wachs über die Kerzenständer und auf den Boden geschüttet worden. Gesangbücher lagen am Boden, teilweise mit herausgerissenen Seiten. Die Mikrofonhälse im Altarraum wurden verbogen und dadurch beschädigt", beschreibt Manz das Szenario, das er vorgefunden hatte.
Vandalismus ärgert die Angestellten - und geht ins Geld
Die Täter seien über ein Absperrgitter auf die Orgelempore gestiegen und hätten dort weiter randaliert. "Sie zerbrachen die Brille der Organistin und entwendeten eine kleine Taschenuhr, beschmierten die Orgeltasten mit Labello und die Orgelnoten warfen sie wahllos auf der Empore umher." Ein Notenständer sei überdies zerbrochen worden.
Damit nicht genug: "Aus den Blumenkästen vor der Stadtpfarrkirche wurden auch noch Blumenstöcke herausgerissen", so Manz. Über eine Stunde seien ehrenamtliche Mitarbeiterinnen damit beschäftigt gewesen, die Wachsflecken zu entfernen.
Stadtpfarrer will Anzeige gegen die Übeltäter (sieben bis zwölf Jahre alt) erstatten
Mittlerweile seien die verdächtigen jungen Übeltäter im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren bekannt. Augenzeugen hätten sie beobachtet und sie seien ermittelt worden, sagt Manz und kündigt eine Anzeige an. Es sei ihm sehr daran gelegen, dass diese Serie von sinnloser Verwüstung jetzt ein Ende habe: "Was können wir dagegen tun? Die Kirchen schließen, nur weil den Kindern in den Ferien langweilig ist? Das kann doch keiner wollen." heja
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