Oettingen Seit zweieinhalb Jahren gibt es in der Donau-Ries-Klinik Oettingen ein Schlaflabor. "Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet", erklärt der Ärztliche Direktor der Klinik und Leiter des Schlaflabors, Dr. Helmut Kern. Nachdem ihm bisher die faktische Leitung des Schlaflabors oblag, ist er nach der Absolvierung entsprechender pneumologischer Fachprüfungen von nun auch offizieller fachärztlicher Leiter.
Wie bereits mehrmals berichtet, hatte sich der frühere Leiter des Schlaflabors, Dr. Horst Wittstruck, aufgrund der fehlenden Zulassung für ambulante Behandlungen vor knapp einem Jahr gezwungen gesehen, die Klinik zu verlassen.
Für das gemeinsame Kommunalunternehmen Donau-Ries-Kliniken und Seniorenheime (gKU) stellt der erfolgreiche Abschluss der pneumologischen Qualifikation von Dr. Kern ein zentrales Element zur Sicherung des Schlaflabors dar: "Für die Klinik in Oettingen ist das herausragende Engagement von Dr. Helmut Kern ein echter Glücksfall. Mit seiner weiteren Zusatzqualifikation hat unser Ärztlicher Direktor den Vollbetrieb des Schlaflabors auch von fachärztlicher Seite her sichergestellt", stellt dazu gKU-Vorstand Gerhard Wurm fest. Der Internist Dr. Helmut Kern absolvierte bereits Zusatzqualifikationen als Notfallmediziner (2004) und Geriater (2002).
Bis zu drei Monate Wartezeit
Zwei bis drei Monate müsse man derzeit im Oettinger Schlaflabor auf einen Platz warten, so Chefarzt Kern zu diesem in der Region einmaligen medizinischen Angebot. Das sei jedoch bei Einrichtungen dieser Art durchaus üblich. Der überwiegende Teil der Patienten, die in Oettingen ihren Schlaf "checken" ließen, würden von den niedergelassenen Fachärzten aus Nördlingen, Donauwörth, Aalen oder Gunzenhausen und Wassertrüdingen überwiesen.
"Die Schlafapnoe ist eine Volkskrankheit", erklärt Kern. Darunter verstehe man eine Schlafstörung, die mit teilweisen Atemstillständen verbunden ist und die unerkannt zu schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen führen kann. Neben der Schlafapnoe seien es vor allem die chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma, mit denen man es im Oettinger Atemwegszentrum zu tun habe. "COPD ist stark im Zunehmen begriffen und man erwartet in der Fachwelt, dass die chronische Bronchitis in Kürze auf Platz drei der Todesursachen rangieren wird."
Luftverschmutzung, berufliche Belastung, vor allem aber die Rauchgewohnheiten seien für diese Erkrankung, die oftmals lange unerkannt bleibe, ursächlich. (pm)
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