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24. Dezember 2010 05:51 Uhr

Spagat zwischen Konsolidierung und Investitionen hinbekommen

Das Jahr 2010 war - vom allgemeinen Wetter mal abgesehen - ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr für die Residenzstadt im Ries. Den Besuchern von Oettingen, aber auch den Bürgern wird dieses Jahr insbesondere mit der Jubiläumsausgabe des Historischen Marktes, dem 3. Internationalen Violinfestival sowie der schier unermesslichen Zahl von Einzelveranstaltungen vom 60-jährigen Gründungsjubiläum der Oettinger Volkshochschule bis hin zur 150-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Oettingen in Erinnerung bleiben.

Ein Kraftakt

Die Stadt hat in diesem Jahr mit ihrem Haushalt den Spagat zwischen notwendiger Konsolidierung und nicht minder notwendigen Investitionen hinbekommen. Dieser Kraftakt war natürlich nicht ohne schmerzhafte Mittelkürzungen in allen Bereichen möglich. Andererseits hat der Stadtrat mit diesem Haushalt nicht den Kopf in den Sand gesteckt sondern vielmehr durch hohe Zukunftsinvestitionen in die Oettinger Kläranlage, in den Anschluss der Stadtteile an das schnelle Internet sowie den Ausbau der Manggasse im Wege unserer Altstadtsanierung wiederum großartige Projekte für die Verbesserung der Lebensqualität aber auch der energetischen Optimierung durchgeführt die für eine Kommune unserer Größenordnung nicht ohne weiteres zu schultern sind.

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Im vergangenen Jahr hatte ich meiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die neue Bundesregierung das, für Oettingen ungemein segensreiche Städtebauförderprogramm der Sozialen Stadt sowie die beiden Vorgängerregierungen in Berlin fortführen würde, da ohne diese Mittel eine Stadtentwicklung in Zeiten der gekürzten Finanzzuweisungen schlicht und einfach nicht möglich ist. Leider hat sich die Hoffnung der Bürger und des Stadtrates in Oettingen nicht erfüllt. Nachdem in 2010 diese Mittel um ca. 10 Prozent gekürzt wurden hat sich nunmehr herausgestellt, dass die Bundesregierung diese Mittel im kommenden Jahr nochmals um etwa 70 Prozent kürzen will. Ich meine, dass kein Bundestagsabgeordneter, der die segensreiche Wirkung der Sozialen Stadt, insbesondere für Oettingen kennt, einem solchen Kahlschlag zustimmen kann. Ich weiß aber auch, dass in unserer direkten Umgebung leider die Abgeordneten der Regierungskoalition eben diesem Kahlschlag für unsere Stadt zugestimmt und somit unserer Heimat einen Bärendienst erwiesen haben. Was mich dann auch wundert ist der Umstand, dass von den Wirtschaftsverbänden, deren Mitglieder ja bekanntlich von öffentlichen Investitionen am meisten profitieren kein Protest gegen dieses Anti-Investitionsprogramm erhoben wurde. Verkehrte Welt!

Zum Glück ist die Welt unserer Kinder noch einigermaßen in Ordnung. Um die notwendigen Bildungsangebote bei uns im Nordries zu erhalten hat sich der Schulverband Oettingen, inzwischen "Mittelschule" genannt, zu einer Sanierung und Teilerweiterung der Verbandsschule in Oettingen entschlossen. Die Mitglieder des Schulverbandes haben hier eine richtige und wichtige Entscheidung für unsere Kinder und Kindeskinder getroffen. Natürlich ist diese Entscheidung zu einer Maßnahme mit einem geschätzten Volumen von ca. 10,5 Millionen Euro keinem leicht gefallen. In Zeiten des demographischen Wandels und der leeren Kassen war es jedoch ein eindeutiges "Ja" zum Schulstandort Oettingen, der durch sein Albrecht-Ernst-Gymnasium und seiner bisherige Hauptschule schon immer einen exzellenten Ruf genoss.

Hohes Bürgerengagement

Aber auch das bürgerschaftliche Engagement hat in Oettingen in diesem Jahr wahre Höhenflüge angetreten. Wir sind stolz darauf den Luftraum über Oettingen durch ehrenamtlichen Einsatz für uns alle, aber auch für unsere Gäste um ein weites Feld erobert zu haben. Auf dem Kirchturm von St. Jakob können wir nach der Renovierung der Türmerstube durch die neuen Oettinger Türmer ab dem kommenden Jahr hochinteressante Themenführungen zu dieser uralten Tradition, verbunden mit einem atemberaubenden Blick über das gesamte Ries anbieten. Darüber hinaus haben sich dank dem unvergleichlichen Engagement des Oettinger Bürgers Hans Reichert viele Spender zur Sanierung und Gängigmachung der Oettinger Rathausglocke gefunden. Ab dem kommenden Jahr wird der Stadt und ihren Bürgern somit eine Markt- und Festglocke zur Verfügung stehen, die Ihresgleichen sucht.

Ca. 7000 ehrenamtliche Einsatzstunden für das ehemalige Schulhaus in Lehmingen sowie auch hier eine Bevölkerung, die durch ihre Spendenbereitschaft Dinge ermöglichte, deren Verwirklichung allein durch die kargen Mittel des öffentlichen Haushaltes nie verwirklicht worden wären, runden das Bild der Oettinger Bürgerschaft ab, die nicht nur fordert sondern auch fördert.

Die städtischen Museen konnten auch in diesem Jahr durch ihre Hauptausstellungen zu künstlerischen Darstellungen des Buddha und zum Oettinger Feuerwehrjubiläum wieder viele Besucher in ihren Bann ziehen. Die zur Adventszeit eröffnete Wintersausstellung "Was darf's sein?" im Oettinger Heimatmuseum wird durch ihre liebevolle Darstellung historischer Kaufläden im Klein-und Großformat die Wartezeit zur nächsten Hauptausstellung zum 150-jährigen Gründungsjubiläum des TSV Oettingen im kommenden Jahr überbrücken.

Es geht weiter in Oettingen! Der Trend der vergangenen Jahre hat sich dank der engagierten Bürger und eines entscheidungsfreudigen Stadtrates weiter verfestigt und wird uns auch in den kommenden Jahren immer weiter beschäftigen. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr und die hier wartenden Herausforderungen.

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Schlagworte

2010 | Bilanz | Kommunen | Haushalt | Öttingen

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