Montag, 11. Dezember 2017

11. Mai 2015 00:36 Uhr

Debatte

Stromtrassen: Neue Bürgerinitiative

In Amerdingen formiert sich der Widerstand. Redner fordern mehr Informationen

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Ganz vorne, links neben dem Rednerpult, steht ein Modell. Es zeigt ein Szenario, das wohl die meisten Menschen, die am Freitagabend in die Amerdinger Mehrzweckhalle gekommen sind, umtreibt: ein kleines Häuschen – daneben ein riesiger Strommast. Nur wer ganz vorne sitzt, kann das Haus sehen. Die Menschen hinten im Publikum sehen nur noch eines – den Masten. Und um zu verhindern, dass im Kesseltal aus diesem Modell Realität wird, sind sie gekommen.

Denn am Freitagabend wird in Amerdingen eine Bürgerinitiative gegründet. Warum, das erklärt Bürgermeister Hermann Schmidt in seiner Rede: „Das Ganze läuft an uns vorbei.“ Damit meint der Rathauschef die Planungen für eine Stromtrasse, deren Endpunkt in Gund-remmingen sein soll. Beim Planungsprozess, schimpft Schmidt, seien die Bürger nicht beteiligt. „Warum wird da so ein Geheimnis draus gemacht?“ Schmidt sagt, dass Amerdingen in Sachen Energiewende seine Hausaufgaben gemacht habe. Es gehe um den Schutz der Heimat, um den Dialog mit den Bürgern, um Informationen: „Wir wollen uns nicht wegducken.“

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Auch Marxheims Bürgermeister Alois Schiegg gibt sich am Rednerpult in der Mehrzweckhalle kämpferisch. Widerstand auf breiter Front sei notwendig, meint er. Und er berichtet, dass er mit einem Experten über die Frage nach einer Verlegung der Stromleitung im Boden, die sogenannte Erdverkabelung, gesprochen habe. Der habe ihm gesagt, dass das möglich sei. Doch, so vermutet Schiegg: Ist die Leitung einmal im Boden, könne sie nicht beliebig aufgerüstet werden – Strommasten dagegen schon. Und schließlich gehe es um eine versprochene Rendite von neun Prozent, so Schiegg – begleitet von einem Raunen der Besucher. Der Marxheimer spricht von der Gesundheitsgefährdung solcher Trassen, von fehlenden Abstandsregeln.

Großteils Unterstützung bekommen die beiden Redner auf dem Podium auch von Vertretern anderer Bürgerinitiativen, die im Publikum sitzen. Wobei Anita Dieminger aus Ellgau sagt: „Entweder wir brauchen die Trasse oder wir brauchen sie eben nicht.“ Und dann sei auch keine Erdverkabelung nötig. Werner Roßkopf aus Niederschönenfeld meint, das Hauptaugenmerk liege auf den Politikern. Sie hätten schließlich das Gesetz für die Trasse beschlossen – wobei nur zehn Prozent der Abgeordneten bei der Abstimmung anwesend gewesen seien. Birgit Urban aus Eglingen sagt: „Wichtig ist, dass wir jetzt zusammenstehen.“ Nur einer äußert Kritik. Lukas Förschner ist nicht mit Schieggs Argumentation in Sachen Befreiung stromintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage einverstanden. Der Marxheimer hatte gesagt, sie gehe auf Kosten des kleinen Mannes. Förschner entgegnet: Auch Mittelständler könnten davon profitieren. Am Ende wird Manfred Eberhardt erster Chef der neuen Bürgerinitiative Kesseltal. Es gehe um eine schützenswerte Landschaft, sagt er, und: „Wir wollen informieren und mitgestalten.“

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Ein Artikel von
Martina Bachmann

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