NRW-Ministerpräsidentin ehrt den Nördlinger Professor Dr. Dieter Häussinger

Düsseldorf/Nördlingen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte am Mittwochnachmittag an 14 Bürgerinnen und Bürger den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse gehörte dazu auch der Nördlinger Professor Dr. Dieter Häussinger. Er ist Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf.
In einer Feierstunde in Düsseldorf hob Kraft dabei den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor. Denn ohne diesen unentgeltlichen und freiwilligen Einsatz würde der Gesellschaft „viel Menschlichkeit verloren gehen und um den sozialen Zusammenhalt in unserem Land wäre es deutlich schlechter bestellt“, so die Ministerpräsidentin, die ergänzte: „Sie sind Vorbilder, die anderen vorleben, dass es verbindliche Werte und Ziele für ein gutes Miteinander gibt.“
Ausdrücklich betonte sie: „Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz, Hilfsbereitschaft oder Zivilcourage können nicht von oben verordnet werden.“ Darum ist es wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich dafür engagieren. Ihr ehrenamtlicher Dienst, den Sie individuell leisten, trägt dazu bei, dass unser Land lebens- und liebenswert bleibt.“
Aus der Laudatio
In ihrer Laudatio auf Dr. Häussinger sagte die Ministerpräsidentin: „Prof. Dieter Häussinger gehört zu den international führenden Ärzten auf dem Gebiet der chronischen Lebererkrankungen. Die medizinische Forschung hat ihm wichtige Beiträge im Bereich der Hepatologie zu verdanken. Er hat über 500 wissenschaftliche Arbeiten verfasst und ist Herausgeber und Autor von über zehn Büchern.“
Dank seines Einsatzes entstanden richtungweisende Methoden zur Behandlung und Prävention der HIV-Infektion. Unter Häussingers Leitung entwickelte sich die HIV-Ambulanz des Universitätsklinikums zu einer festen Anlaufstelle für schwer HIV-Erkrankte. Für ein Kooperationsprojekt mit einer Universität in Äthiopien sammelt er zur Zeit Spendengelder.
Für die AIDS-Hilfe in Düsseldorf ist Professor Häussinger einer der wichtigsten Ansprechpartner. Daher hat ihn das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen 2003 als Mitglied einer Taskforce-Expertengruppe aufgenommen, die Notfallpläne erstellt, sollte es zu einer Influenzapandemie kommen.
Hervorragender Ruf
Berufungen in die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz, die „Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften“ oder seine Mitgliedschaft in der Akademie der Wissenschaften und Künste in Nordrhein-Westfalen belegen den hervorragenden wissenschaftlichen Ruf von Professor Häussinger. Er gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gremien an und engagiert sich ehrenamtlich in vielen Patientenorganisationen, so als Vorsitzender des „Wissenschaftlichen Beirates“ der „Leberliga“ in Düsseldorf, wo er Betroffene hoch kompetent unterstützt.
Seiner Heimatstadt verbunden
Nordrhein-Westfalen könne stolz darauf sein, dass Dieter Häussinger ein Bürger ist, der sich auf so vielfältige Weise um die Gesundheit seiner Patienten kümmere. Damit trage er auch zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland bei. Dennoch ist Häussinger nach wie vor seiner Heimatstadt Nördlingen verbunden. Dort erwarb er 2001 die historische „Alte Wache“ am Daniel und ließ sie gründlich sanieren. Dank seiner Initiative wird sie heute als Café und Weinstube mit gehobener Gastronomie genutzt. (RN)
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