Schüler aus vier Ländern drehen gemeinsam lateinischen Film


Oettingen Latein verbindet. Das wurde am Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasium deutlich, als Schüler aus fünf Schulen aus drei Ländern im Rahmen eines Comenius-Projektes zu Gast waren, um gemeinsam mit den AEG-Schülern an einem lateinischen Film zu arbeiten.
Die Ausgangsidee hatte der spanische Lateinlehrer Angel Gallego-Real: „Wer macht mit bei einem Film, der in der Antike spielt, in dem Lateinisch gesprochen wird und der vor römischen Bauwerken gedreht wird?“, fragte er über eTwinning, einem von der EU geförderten Netzwerk für Lehrer; es meldete sich neben zwei italienischen und einer türkischen Schule auch das Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasium.
Um an die Comenius-Fördergelder zu kommen, entwickelte an jeder Schule eine Schüler-Arbeitsgruppe Handlungsvorschläge für den Film. Reihum werden nun die Teile des Filmes an den beteiligten Schulen gedreht, und nach dem ersten Treffen in Catania auf Sizilien im Februar kamen 26 Schüler mit ihren Lehrern nach Oettingen. Die Suche nach römischen Bauwerken, die sich als Kulissen eignen, führte dabei zu den „Villae rusticae“ und zum „Weltkulturerbe“ Limes. Der Oettinger Teil des Filmes beginnt mit einer römischen Hochzeit, die in Möckenlohe bei Eichstätt verfilmt wurde. Dort hat Michael Donabauer hinter seinem Hof die Ruinen eines römischen Bauernhofes entdeckt und nicht nur diesen wiedererrichtet, sondern auch römische Fahrzeuge originalgetreu nachgebaut. So konnte man dort einen Überfall auf eine römische Kutsche filmen und die Ankunft eines römischen Präfekten auf einem Viergespann, wie man es sonst nur in Historienfilmen sieht.
Hochzeitsgesellschaft auf der Flucht
In der Filmhandlung veranlasst ein drohender Germaneneinfall eine Hochzeitsgesellschaft zur Flucht; die Fortsetzung wurde auf dem Jura bei Burgsalach östlich von Weißenburg verfilmt, wo die Fliehenden ein Zeltlager aufstellten, Kräuter für ein antikes Rezept sammelten, römisch kochten, schmiedeten und den dortigen Limesturm verteidigten. Organisiert wurde dieser Tag „Leben wie zur Römerzeit“ von der Weißenburger Historikerin Dr. Ute Jäger. Auch an dem Tag waren alle antik gekleidet.
Am spannendsten war am Abend, ob die guten oder die bösen Agenten die „Schatzkarte“ finden würden. Diese war in den nahe gelegenen Ruinen des Burgus, eines römischen Kleinkastells, versteckt.
Die guten Agenten waren fixer und konnten auch das Rätsel der verschlüsselten Schatzkarte knacken, sodass sie beim abschließenden Drehtermin am Römerlager Pfünz das dort versteckte Teil der antiken Scheibe aufspürten. Es enthielt als Schlüsselwort dafür, was Europa für die Zukunft braucht, drei lateinische Buchstaben: „Pax“, „Frieden“.
Alle Gäste waren von der herzlichen Aufnahme in den Gastfamilien und an der Schule begeistert und beneideten Oettingen um sein Schulorchester, das unter der Leitung von Günter Simon zum Empfang gespielt hatte.
Für das Lehrerteam Anita Hönle, Marco Hüttinger, Klaus Karrer und Ronald Wenzel ist die Arbeit noch nicht beendet: Ihre Aufgabe ist es, den Gesamtfilm zusammenzustellen, wobei sie beim Filmen und Schneiden von Robert Tröger (Heidenheim) und bei der Filmmusik von Johanna Hederer (Niederhofen) unterstützt werden. (gs)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren