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20. Dezember 2010 20:20 Uhr

"Wir wollen bei wirklich großer Not helfen"

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit bekommen auch in diesem Jahr unverschuldet in Not geratene Menschen im Nordries auf wohltuende Art zu spüren, was es bedeutet, seinen Wohnsitz in dem ehemals von Welden'schen, später fürstlich Oettingen-Spielberg'schen Herrschaftsgebiet zu haben. Auf dieses Gebiet nämlich, das Teile von Fremdingen, Maihingen, Wilburgstetten sowie Oettingen umfasst, erstreckt sich eine fast 500 Jahre alte Tradition der Wohltätigkeit. Die Rede ist von der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung Hochaltingen- Oettingen, deren Verwaltung seit 1766 dem fürstlichen Haus Oettingen-Spielberg obliegt.

In einem RN-Gespräch informierten Domänendirektor Dr. Eberhard Lasson und Roland Wiedenmann von der Fürstlichen Verwaltung, wie sich künftig die Verteilung der Stiftungsgelder ändern werde. "In der Vergangenheit haben wir das aus dieser Stiftung jährlich zur Verfügung stehende Geld auf eine Reihe von bedürftigen Menschen verteilt, die uns die Bürgermeister genannt haben. Das waren kleine Sachgeschenke, verbunden mit einem Geldgeschenk von 50 Euro", so Lasson. Insgesamt stehe aus der Stiftung jährlich eine höhere vierstellige Summe zur Verfügung.

Ab 2011 aber werde man den Modus der Verteilung grundlegend ändern. Dafür habe man den Betrag der kleineren Zuwendungen auf zehn Euro reduziert, mit dem Ziel, die Gelder stärker zu konzentrieren: "Wir haben heuer erstmals den Fokus der Geldspende auf wenige schwierige Fälle gelegt, die zu Weihnachten Beträge von 500 bis 1500 Euro erhalten", so Lasson. Auch diese heuer insgesamt sechs Personen seien der Stiftung von den Bürgermeistern genannt worden: "In der Satzung ist festgelegt, dass die Bedürftigkeit der Leistungsempfänger zu prüfen sei."

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Es gebe einige tragische Fälle, erzählt Lasson weiter. Eine Familie habe zum Beispiel ihr gesamtes Vermögen an einen Anlagebetrüger verloren und müsse ein schwerstbehindertes Kind versorgen. Weiterhin würde man mit den Spenden alleinstehenden und verarmten Menschen helfen oder Familien, die von schwerer Krankheit und Arbeitslosigkeit betroffen seien.

"Wir wollen bei wirklich großer Not helfen und sind auch bereit einzuspringen, wenn mitten im Jahr Hilfe nötig ist", erläuterte Dr. Eberhard Lasson eine weitere Modifizierung der Vergabe der Stiftungsgelder. Bisher habe man nämlich die Gelder nur zur Weihnachtszeit gegeben. (heja)

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