Dienstag, 16. Januar 2018

01. Januar 2018 18:14 Uhr

Heimatgeschichte

Woher stammt das „ingen“ in den Ortsnamen?

Vor allem in Schwaben tauchen Gemeinden mit dieser Endung häufig auf. Was der Lech mit dieser Sprachgrenze zu tun hat. Von Herbert Dettweiler

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Lehmingen aus der Vogelperspektive: Vom Urhof aus entwickelte sich der „ingen-Ort“ an der Wörnitz mit Kirche, Pfarr- und Wirtshaus, dem Widumshof und der Schmiede im Zentrum im Laufe der Jahrhunderte in alle Himmelsrichtungen weiter.
Foto: Fritz Steinmeier

Lehmingen Im 3. Jahrhundert nach Christus setzte die Völkerwanderung ein, die germanische Stämme der Alemannen in unseren Raum brachte. Sueben (Schwaben) und Baiern und Franken gründeten meist entlang der Flussläufe und schon vorhandener Straßen neue Siedlungen mit den uns noch heute bekannten Ortsnamen auf -ingen, -ing und -heim. Die Bedeutung dieser Endung deuten Forscher immer schon als „die Häuser von …, das Heim des …“.

Beim Blick auf die Landkarte fällt auf, dass die meisten „ingen-Orte“ in Schwaben, jedoch die „ing-Orte“ mehr im Bayerischen liegen. Der Lech bildet die Sprachgrenze, die selbst nördlich der Donau noch festzustellen ist, wenn dort die Orte Wemding, Otting und Mündling heißen, während im Ries über 60 -ingen-Orte liegen. Einige davon haben wir schon kennengelernt. Seit die Serie läuft, bekam ich viele Rückmeldungen verbunden mit einem Dank, aber auch mit der Bitte, doch auch „unseren“ Ortsnamen zu erklären. Das soll in den nächsten Beiträgen in alphabetischer Reihenfolge geschehen, beginnend mit den „ingen-Siedlungen“.

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Amerdingen hieß schon 1270 Ahmerdingen und wurde vermutlich von einem Alemannen namens Ahmar o.ä. gegründet.

Baldingen wird schon seit 1240 so geschrieben. In Anlehnung an den Gott „Baldr“ ist ein Gründer mit diesem Namen anzunehmen. Im Mittelhochdeutschen bedeutete „bald, balt“ kühn, schnell.

Deiningen wurde bereits im Jahr 760 erstmals urkundlich als „Thininga“ erwähnt. Der Gründer könnte Dino, Tegino geheißen haben.

Ehingen a. R. hieß früher schon einmal Ehinga, das zu einem alemannischen Personennamen wie Eha passen würde.

Über Enkingen, das seit 1286 unverändert so heißt, schreibt Wolf-Armin von Reitzenstein 2015: „Es liegt wohl der Personenname Anco, Ancho zugrunde, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ingen abgeleitet ist.“

Fremdingen hieß 1193 „Frometingen“ und erst seit 1791 Fremdingen. Es ist wohl der Personennamen Frömot zu erkennen.

Herblingen hat in seiner Geschichte schon viele Namen gehabt: Herlaibingin, Herleibingen, Herlapingen, oder auch Herlebingen, aber seit 1791 Herblingen. Im Bestimmungswort steckt der Name Heribald, Herbold; wobei die althochdeutschen Wörter „heri“ (Herr) und „bold“ (kühn, tapfer) zu erkennen sind.

Auch der Harburger Stadtteil Hoppingen ist von einer Person namens Opo, Oppo gegründet worden, denn 1185 kommt in einer Urkunde des Staatsarchivs Augsburg dieser Ort noch als „Opingin“ vor.

Die Herkunft des Namens Lehmingen ist umstritten, denn Weißhaupt bezieht das „Lehm“ auf die hier zweifelsohne vorherrschende Bodenbeschaffenheit, während jüngere Forschungen doch den Personennamen „Lomo“ (der Lahme) vorschlagen, da dieser Ort früher (1153) Lomingen hieß.

Löpsingen heißt 1071 „Lebezzinga“, wobei das Eigenschaftswort „liub“ zugrunde liegen könnte, was einmal „lieb, teuer“ bedeutete. 1340 heißt der Ort „Lepsingen“ und 1407 taucht zum ersten Mal das „ö“ auf.

Maihingen hat sehr viele urkundliche Namen aufzuweisen: 1175 Magingen, 1251 Megingen, 1265 Meigingen, 1270 Maigingen, 1280 Mayingen, 1459 Mayngen, 1472 Mariemay, 1801 Mohingen und seit 1811 durchgehend Maihingen. Zugrunde liegt wohl der Personenname „Mago“.

Merzingen, kleine Teilgemeinde von Mönchsdeggingen, schreibt sich schon seit dem 12. Jahrhundert exakt so. „Marizo“ könnte laut von Reitzenstein der Gründer geheißen haben.

Möttingen hieß im 12. Jahrhundert Motingen und Möttingin. Hier ist der Personenname „Mot, Muodo“ zu erkennen, abgeleitet vom althochdeutschen „muot“ (Mut, Willenskraft).

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