HELI-Girls wollen sich nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Chemnitz wieder stabilisieren. Aber die Gäste brauchen jeden Punkt
Großkampftag in der Hermann-Keßler-Halle: Am morgigen Sonntag um 16 Uhr empfangen die HELI Girls Nördlingen Donau-Ries am 16. Spieltag der DBBL die Chemcats aus Chemnitz und das Spiel ist eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Hauptaufgabe ist jedoch der Versuch der einheimischen Donau-Ries-Damen, sich für die im Oktober 2011 in Chemnitz erlittene 78:81-Niederlage zu revanchieren. Und ein Sieg ist dringend nötig, nachdem die beiden letzten Partien mit Revanchegelüsten daneben gingen.
Gäste kämpfen ums Überleben
Obwohl die morgigen Gegnerinnen derzeit nur auf Platz elf stehen, dürfte ein Sieg der HELI Girls alles andere als leicht werden. Dies einmal, weil in der Liga nach allgemeiner Auffassung (fast) jeder jeden schlagen kann, die Leistungsunterschiede meist minimal sind und von der Tagesform abhängen. Zum anderen, weil die Chemcats derzeit um das Überleben in der ersten Liga kämpfen. Sie haben neben dem Trainer zuletzt nochmals zwei Ausländerpositionen ausgewechselt und am vergangenen Wochenende einen wichtigen Heimsieg gegen den BC Pharmaserv Marburg errungen. Mit jetzt acht Pluspunkten sind sie dem rettenden Ufer bis auf vier Punkte näher gekommen.
Nach wie vor sind im Chemnitzer Team die beiden Amerikanerinnen Melissa Jeltema und Samantha Whitcomb die entscheidenden Spielerinnen. Die ungemein bewegliche Flügelspielerin Jeltema, die im Vorspiel mit 28 Punkten von den HELI Girls nicht zu halten war, liegt mit einem Schnitt von 20,2 Punkten an zweiter Stelle der Liste der Korbjägerinnen in der Liga. Und Whitcomb weist einen Schnitt von 12,5 Punkten auf. Zu den beiden gesellt sich seit drei Spieltagen die dritte Amerikanerin Cherise Daniel als neuer Aufbau und mit neun Punkten im Schnitt. Gegenüber dem Vorspiel neu im Chemnitzer Team ist die 1,93 m große Serbin Velinovic, die die bisherigen Centerinnen Kelly Brugman aus den Niederlanden sowie Heinrich, Schnorr und Schmidt aus dem eigenen Lager unterstützt. Neu seit einiger Zeit ist auch Trainer Predag Lukic, der zuvor Quakenbrück trainierte. Für Coach Pat Bär von den HELI Girls ist mit den Veränderungen der Gegner gegenüber dem Vorspiel nicht mehr zu vergleichen.
Die nächsten Aufgaben werden alles andere als einfach
Die HELI-Girls Nördlingen stehen derzeit mit 16 Punkten punktgleich mit Halle, Osnabrück und Marburg auf Platz fünf. Durch die beiden letzten Niederlagen hat der Versuch, sich hinter den Führenden Freiburg und Wolfenbüttel zu setzten, einen Rückschlag erlitten. Um nicht weiteren Boden zu verlieren, wäre ein Sieg heute ungemein wichtig, zumal die folgenden Spiele gegen die beiden Spitzenmannschaften Freiburg und Wolfenbüttel gehen. HELI-Girls wie die Trainer sind sich der Situation und des hohen Stellenwerts des morgigen Spiels bewusst. Sie wollen unbedingt weg von der Verliererstraße und eine Wiederholung der Negativserie aus der Hinrunde vermeiden.
Nun ist es schon mehrmals in den letzten Jahren passiert, dass die Donau-Ries-Damen nach einem verpatzten Auswärtsspiel, bei dem gar nichts passte, zu Hause wie verwandelt waren. Darauf hoffen zumindest die zahlreich erwarteten Fans und sicherlich auch die Girls, denen das schlechte Spiel bei Rhein-Main Baskets kaum erklärlich sein dürfte. Während der Woche wurde dann auch annähernd komplett hart trainiert, wobei die Integration von Neuzugang Caro Steiner weiter vorangeschritten sein dürfte. In Langen konnte die „Neue“ nicht viel zeigen – als sie eingewechselt wurde, war das Spiel schon verloren.
Soweit man aufgrund der veränderten Struktur der Chemnitzer Mannschaft überhaupt einen Schluss aus dem Vorspiel ziehen kann, so dürfte vor allem eine deutliche Verbesserung der Reboundarbeit auf der Agenda stehen. Denn dass das morgige Spiel ebenfalls wieder sehr eng wird, ist anzunehmen. Und der entscheidende Punkt für die Chemnitzer im Vorspiel war dann auch die Überlegenheit im Rebound. Dass man sich auf Jeltema und Whitcomb besser einstellt, ist angesichts ihrer bewiesenen Gefährlichkeit sicher. Ob Heinrich, seinerzeit 16 Punkte, nochmals so einen Sahnetag haben wird, bleibt abzuwarten. Sie und ihre deutschen Mitstreiterinnen Schnorr und Schmidt sind auf jeden Fall auch nicht zu vernachlässigen.
Heiße Partie der alten Rivalen
Hier wie dort, in Nördlingen wie in Chemnitz, erwartet man eine heiße Partie, bei der es für beide Mannschaften um viel geht. Dementsprechend dürften beide Teams das Letzte aus sich herausholen. Bleibt zu hoffen, dass die besseren Nerven dabei die Einheimischen haben.
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