Giants verlieren das Spitzenspiel bei den Oettinger Rockets Gotha mit 68:78, aber Trainer Mario Matic ist trotzdem zufrieden. Entscheidung fällt im dritten Viertel
Trotz einer guten Leistung in der Defense haben die Giants Nördlingen das Spitzenspiel gegen die Oettinger Rockets Gotha verloren. In einem Spiel auf hohem Niveau zogen die Giants vor enttäuschenden 520 Zuschauern, darunter auch einige Nördlinger Anhänger, mit 68:78 (34:37) den Kürzeren. Auch der starke Auftritt des Trios Fabian Brütting (19 Punkte), Jason Jamerson (18 Punkte) und Josef Eichler (17 Punkte, 8 Rebounds) konnte die Niederlage dabei nicht verhindern. Bei Gotha, das durch den Sieg wieder die Tabellenführung der ProB Süd übernahm, überzeugten vor allem Konstantin Klein mit 21 Punkten, der übrigens von der Bank kam, und Marcus Monk, dem ein Double-Double (15 Punkte, 11 Rebounds) sowie zwei Steals und zwei Blocks gelangen.
Stark in der Defensive, aber viel Pech im Abschluss
„Ich bin überhaupt nicht enttäuscht“, war Mario Matic trotz der Zehn-Punkte-Niederlage in Gotha stolz auf sein Team. „Wir wurden für unsere starke Defenseleistung leider nicht belohnt, da wir vorne gerade die einfachen Würfe nicht reingemacht haben“, erklärte er die Niederlage. „Das war einfach Pech.“ Das solle aber in keinster Weise die starke Vorstellung der Gothaer schmälern, so der Nördlinger Coach weiter. Denn die haben, anders als die Giants, die sich ihnen bietenden Gelegenheiten genutzt. 18 ihrer 23 Würfe aus dem Nahbereich fanden den Weg in den Korb, darunter auch viele Korbleger nach einem Offensivrebound.
Den besseren Start hatten allerdings die Giants. Obwohl Marcus Monk gleich einmal den Korbleger von Josef Eichler blockte, zeigten sich die Nördlinger unbeeindruckt. Besonders Dima Rastatter nutzte zweimal seine Möglichkeiten und brachte die Gäste nach drei Minuten mit 4:3 in Führung. Doch innerhalb einer Minute erzielten die Rockets dann sechs Punkte und gingen ihrerseits mit 4:9 (4.) in Front – sieben Punkte kamen dabei von Tovoris Baker. Dann waren wieder die Nördlinger an der Reihe. Fabian Brütting (vier Punkte) und Josef Eichler (zwei verwandelte Freiwürfe) sorgten mit sechs Punkten in Serie wieder für die Giants-Führung (10:9). Doch erneut Baker sorgte für das 10:11 für sein Team. An diesem Abstand änderte sich bis zur Viertelpause nicht mehr viel.
Mit einer Zwei-Punkte-Führung gingen die Thüringer ins zweite Viertel. Hier sorgte gleich einmal Fabian Brütting mit fünf Punkten für einen Drei-Punkte-Vorsprung der Nördlinger (20:17, 12.). Nachdem Kevin Schaffartzik und Ex-Giant Leo Niebuhr wieder für eine Führung der Hausherren gesorgt hatten, war es erneut Brütting, der mit einem Korb seine Farben in Front brachte – die letzte Führung der Giants in diesem Spiel (14.). Mit zwei Dreiern in kürzester Zeit war es Tim Jarmusz, der die Partie erneut drehte. Bis auf sieben Punkte konnten sich die Rockets in der Folgezeit absetzen (28:35, 18.). Doch Modie Johnson, der an diesem Abend seine bisher schwächste Vorstellung im Giants-Trikot ablieferte, und Jason Jamerson verkürzten auf 34:35 (20.) – unter den Giants-Fans in der Halle, vor dem Live-Ticker und am Internetradio keimte Hoffnung auf. Dank zweier verwandelter Freiwürfe von Konstantin Klein gingen die Rockets dann aber mit einer Drei-Punkte-Führung in die Halbzeit.
Fast vier Minuten bis zum ersten Giants-Korb in der zweiten Hälfte
In der Pause schien Rockets-Coach Marko Simic die richtige Ansprache an sein Team gefunden zu haben, denn die Thüringer kamen wesentlich aggressiver aus der Kabine als vorher. So drängten sie die Giants immer wieder in Ballverluste, am Ende waren es 16 an der Zahl. Und auch Konstantin Klein drehte mächtig auf. Sechs der ersten zehn Punkte der Gothaer machte der 1,87 Meter große Spielmacher. Es dauerte fast vier Minuten, bis Josef Eichler endlich den ersten Korb für die Giants in der zweiten Halbzeit erzielen konnte (36:47). Bis auf einen Freiwurf von Fabian Brütting war es nur der blonde Hüne, der im dritten Viertel für die Nördlinger traf.
Das für den Spielausgang letztlich entscheidende Viertel
Insgesamt kamen die Kraterbasketballer gerade einmal auf magere zehn Punkte im dritten Spielabschnitt – viel zu wenig, um in Gotha zu bestehen. Auf der anderen Seite setzte Klein seine One-Man-Show fort. Weitere sechs Punkte konnte er in diesem Durchgang noch erzielen. Sechs Punkte von Davon Roberts und ein Dreier von Schaffartzik – die Rockets entschieden das dritte Viertel mit 21:10 für sich.
Das war natürlich die Vorentscheidung in diesem Spiel. Zwar versuchten die Giants es noch einmal mit Dreiern, was allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte. Aber zumindest konnte sie das letzte Viertel mit 24:20 gewinnen und zeigen, dass sie zurecht an der Tabellenspitze standen. „Nun ist es wichtig, dass wir am kommenden Wochenende das Heimspiel gegen Leipzig gewinnen“, blickte Giants-Coach Mario Matic schon auf die nächste Partie. „Gewinnen wir das, haben wir den direkten Vergleich in der Tasche“, hat er auch schon eine gute Ausgangsposition für die Playoffs im Auge.
Matic appelliert an die Fans
Deshalb hofft er auf eine volle Halle und die Unterstützung der Fans. „Wir brauchen euch“, fordert er die Fans auf, am Samstag zahlreich in die Hermann-Keßler-Halle zum Duell des Tabellenzweiten gegen den Dritten zu pilgern.
Für die Giants spielten: Harald Debelka, David Rotim 3 Punkte, Modie Johnson 4 (6 Rebounds), Josef Eichler 17 (8), Dima Rastatter 6 (5), Florian Sefranek 1, Fabian Brütting 19 und Jason Jamerson 18. Nicht zum Einsatz kam Moritz Gruber.
Bei den Oettinger Rockets Gotha konnten Konstantin Klein (21), Marcus Monk (15) und Leo Niebuhr (10) zweistellig punkten.
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