Donnerstag, 27. April 2017

06. April 2017 12:23 Uhr

Bonn

23-Jährige in Bonn vergewaltigt: Polizei sucht Täter mit Hubschrauber

In Bonn hat ein Mann ein Pärchen in einem Zelt überfallen und die 23-jährige Frau vergewaltigt. Die Polizei fahndet mit einem Phantombild. Hinweise gibt es aus ganz Deutschland.

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Hier auf dieser Wiese in der Nähe von Bonn wollte ein Pärchen in Ruhe zelten, als es in der Nacht von einem Unbekannten brutal überfallen wurde.
Foto: Jens Kleinert

Es soll eine idyllische Nacht im Freien werden, als ein Paar aus dem Raum Stuttgart am vergangenen Samstagabend sein Zelt auf einer abgelegenen, grünen Wiese in der Nähe von Bonn aufschlägt. Was für die 23-jährige Frau und ihren 26-jährigen Freund folgt, ist wohl die schlimmste Nacht ihres Lebens.

Laut Angaben der Polizei schlich sich kurz nach Mitternacht ein bisher unbekannter Mann heran und schlitzte die Zeltwand mit einem großen, machetenähnlichen Messer auf. Die beiden wehrlosen Camper mussten zunächst ihre Wertgegenstände herausgeben. Dann zwang der bewaffnete Mann die Frau dazu, aus dem Zelt zu kommen. Während der Täter die Frau vergewaltigte, musste ihr Freund tatenlos im Zelt ausharren – denn der Unbekannte drohte, die junge Frau umzubringen, sollte der 26-Jährige eingreifen.

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Vergewaltigung in Bonn: Phantombild soll zu Täter führen

Der Bonner Polizei-Pressesprecher Robert Scholten betont, dass beide Opfer Todesangst gehabt hätten. „Das Verhalten des Mannes war richtig“, sagt er. Hätte der Freund eingegriffen, hätte es für ihn oder seine Freundin noch schlimmer kommen können. Erst nachdem der Täter flüchtete, konnte das Paar die Polizei rufen. Doch trotz Hubschrauber-Einsatz und Fährten-Spürhund verschwand der Unbekannte spurlos.

Jetzt fahndet eine Ermittlungskommission aus mehreren Teams im Großraum Bonn. Sie suchen einen Mann, der nach Angaben der beiden Opfer etwa 1,80 Meter groß ist, eine schmale Statur und dunkle Haut hat, gebrochen Deutsch spricht und zur Tatzeit eine helle Jeans trug. Spezialisten des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes erstellten ein Phantombild.

Am Mittwoch teilte die Polizei Bonn mit, dass schon 150 Hinweise aus ganz Deutschland eingegangen seien. "Wir haben den Eindruck, dass die Öffentlichkeit durchweg helfen will", sagte ein Sprecher. Wegen der vielen Hinweise sei die Ermittlungskommission kurzzeitig aufgestockt worden.

Die Ermittlungen konzentrieren sich dabei auf den Großraum Bonn. Am Donnerstag kündigte die Polizei an, das Gebiet noch einmal mit einer Hundertschaft und einem Hubschrauber zu druchkämmen.

Vergewaltigung beim Campen: Paar wird psychologisch betreut

Einer der weiteren Schritte, um den Täter so schnell wie möglich zu fassen, ist der Abgleich der am Tatort festgestellten DNA mit der Datenbank der Polizei. So schnell wie im Fernsehen funktioniere das in der Realität nicht, betont der Pressesprecher. Aber wenn ein mutmaßlicher Täter so handle, könne man nicht ausschließen, dass er schon einmal ein Verbrechen begangen hat. Deshalb stünden die Ermittler auch mit anderen Polizeidienststellen in Kontakt und glichen Tat und Täterbeschreibung mit anderen Fällen ab.

Bei der jungen Frau und ihrem Freund sitzt der Schock sehr tief. „Sie werden vom Opferschutz betreut“, sagt der Bonner Polizist. Der Tatort, eine Wiese in der Siegaue nahe der Bonner Stadtgrenze, ist bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel. Direkt in der Nähe befindet sich an einem Fluss die Siegfähre und ein Gasthaus.

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Schlagworte

Augsburg | Bonn | Polizei | Deutschland | Stuttgart

Ein Artikel von
Orla Finegan

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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