Donnerstag, 14. Dezember 2017

11. August 2017 20:15 Uhr

Urlaub

81 Prozent der Deutschen schämen sich für ihre Landsleute im Urlaub

Das Büffet abräumen, die Liegen reservieren, an der Bar pöbeln - das alles sind Gründe, sich fremdzuschämen. 81 Prozent der Deutschen tun das im Urlaub für ihre Landsleute.

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Prost! Deutsche Touristinnen am Strand von Arenal: Viele Deutsche schämen sich für ihre Landsleute im Urlaub.
Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

Es geht schon am Frühstücksbuffet los. Da sind die, die sich den Teller mit Rührei, Speck und süßen Teilchen so vollladen, dass es für die nächsten drei Tage reichen würde. Das stellen sie dann nach den ersten drei Semmeln auch fest – und lassen den aufgetürmten Rest am Tisch stehen. Kost’ ja nix in so einem All-inklusive-Urlaub. Die anderen packen – nachdem sie ihre Liegen am Pool mit Handtüchern reserviert haben, Brot, Schinken, Käse und Äpfel, Teller, Besteck und Servietten in die Badetasche. Für die Dünenwanderung, weil doch da am Strand alles so teuer ist.

80 Prozent der Deutschen verstehen den Protest der Mallorquiner gegen den Massentourismus

Wenn Sie jetzt erst mal durchschnaufen müssen, gehören Sie vermutlich zu den 81 Prozent der Deutschen, die bei einer aktuellen Umfrage angegeben haben, dass sie sich für das Benehmen ihrer urlaubenden Landsleute fremdschämen. Für deren fehlende Manieren am Buffet. Für die Pöbeleien an der Bar, wenn das Bier nicht kalt oder die Kellnerin nicht schnell genug ist. Sie schämen sich für die nackten Bierbäuche, die deutsche Urlauber gerne durch die Fußgängerzonen im Süden schieben und dafür, dass sie sich in der Badehose ins Restaurant setzen oder dicke, weiße Tennissocken in den Birkenstock-Sandalen tragen. Getoppt werden all diese Peinlichkeiten nur von den eimersaufenden Männervereinen auf Mallorca.

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Darum haben 80 Prozent der Befragten auch angegeben, dass sie die Proteste der Einheimischen auf Mallorca gegen den Massentourismus verstehen. Wir auch.

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Schlagworte

Mallorca

Ein Artikel von
Andrea Kümpfbeck

Augsburger Allgemeine
Ressort: Leiterin Bayern und Welt


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