Äthiopische Rebellen erklären Geiselnahme zweier Deutscher für beendet. Bisher gab es jedoch keine Bestätigung vom Auswärtigen Amt

Zwei Mitte Januar in Äthiopien verschleppte Deutsche sind nach Angaben ihrer Entführer wieder frei. Die Vereinigte Revolutionär-Demokratische Front von Afar (Arduf) erklärte gestern, die beiden Touristen bereits am Montag an Stammesvertreter der Afar und Mitarbeiter der deutschen Botschaft übergeben zu haben. Das Auswärtige Amt wollte die Freilassung bislang nicht bestätigen.
Die Rebellen gaben an, sich bei den beiden entführten Deutschen „entschuldigt“ zu haben und wünschten ihnen „eine glückliche Heimreise“. Sie sollten „ihre Lieben wiedersehen“, hieß es in der Erklärung. Die Aufständischen erklärten, ihr „kärgliches Leben“ mit den Deutschen „geteilt“ zu haben.
Als Teil einer 22-köpfigen Reisegruppe waren die beiden Deutschen vor rund sechs Wochen in das Stammesgebiet der Afar aufgebrochen, um den Vulkan Erta Ale zu besichtigen. Nach einer Schießerei an der Grenze zu Eritrea waren sie verschleppt worden. Bei dem Angriff waren fünf Touristen getötet worden, darunter ebenfalls zwei Deutsche. Die nach Expertenmeinung maximal 200 Mann starke Rebellengruppe kämpft nach eigenen Angaben seit fast 30 Jahren gegen die in ihrer Sicht politische und wirtschaftliche Unterdrückung der Afar. Die Bewegung will die Afar zusammenführen, die auf Äthiopien, Eritrea und Dschibuti verteilt leben.
In Äthiopien machen die Afar, traditionell Viehzüchter, rund 1,7 Prozent der 90 Millionen Einwohner aus. Äthiopien schiebt dem Nachbarland die Verantwortung für die Angriffe zu. Eritrea habe Banditen entsandt, um diesen „offenen Terrorakt“ zu verüben, ließ die äthiopische Regierung verlauten. Die Rebellen bestreiten jedoch stets, mit Eritrea zusammenzuarbeiten.
Eritrea spaltete sich nach einem langen Unabhängigkeitskrieg 1993 von Äthiopien ab, zwischen 1998 und 2000 führten die beide Staaten einen blutigen Grenzkrieg und sind bis heute verfeindet. Die Entführung im Januar war nicht die erste Aktion der Arduf: Bereits im März 2007 hatte die Gruppierung in der Wüstenregion nahe der Grenze zu Eritrea fünf Europäer verschleppt. Diese wurden zwölf Tage später wieder freigelassen. Die Arduf gibt an, insgesamt sieben Mal Ausländer entführt zu haben. afp, dpa
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