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Gesundheitszustand von Prinz Friso: Aldi nimmt Film über Prinz Friso aus den Regalen

Gesundheitszustand von Prinz Friso

Aldi nimmt Film über Prinz Friso aus den Regalen

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    Der Lebensmitteldiscounter Aldi hat in den Niederlanden den Verkauf eines Films über den verunglückten Prinz Johan Friso gestoppt.
    Der Lebensmitteldiscounter Aldi hat in den Niederlanden den Verkauf eines Films über den verunglückten Prinz Johan Friso gestoppt. Foto: dpa

    Kein Film über Prinz Johan Friso: Der Lebensmitteldiscounter Aldi hat in den Niederlanden den Verkauf eines Films über den verunglückten  Prinz Friso gestoppt. Das bestätigte eine Sprecherin der niederländischen Aldi-Märkte.

    Aldi will die Privatsphäre von Prinz Johan Friso respektieren

    Man wolle nach seinem Unfall die Privatsphäre von Prinz Friso und seiner Frau Mabel respektieren, hieß es. Der 43-Jährige liegt nach einem Skiunfall im Koma. Die Tageszeitung "Algemeen Dagblad" hatte berichtet,  dass Aldi die DVD des TV-Zweiteilers "De Prins en het Meisje" ("Der Prinz und das Mädchen") aus dem Sortiment genommen hatte.

    Film handelt von Prinz Johan Friso und seiner Frau

    Der im Jahr 2007 entstandene Film handelt von den Anfängen der Beziehung zwischen Friso und Mabel Wisse Smit. Weil Prinz Johan Friso in der Öffentlichkeit lange ohne Freundin auftauchte, gab es Vermutungen, dass er nichts von Frauen halte. Die Gerüchte waren so stark, dass der Junggeselle im Jahr 2001 offiziell dementieren ließ, homosexuell zu sein. Dann erschien Mabel Wisse Smit an seiner Seite.

    Für seine Ehe verzichtete er auf die Thronfolge

    Die Hochzeit mit der Bürgerlichen kostete Friso aber seinen Platz in der Thronfolge. Denn die heute 43-jährige Mabel hatte lange vor ihrer Beziehung mit ihm ein Verhältnis mit dem schwerkriminellen Drogenboss Klaas Bruinsma, der später von einem Ex-Kumpanen erschossen wurde. Der Film über Prinz Friso und seine Frau enthält auch umstrittene Szenen über Wisse Smits Kontakt zu dem angeblichen Gangsterboss.

    Das niederländische Königshaus

    Das niederländische Königshaus Oranien-Nassau ist mehr als 600 Jahre alt und ist damit älter als die Niederlande, die es erst seit 1815 offiziell als Königreich und seit 1848 als parlamentarische Demokratie gibt.

    Seit mehr als 120 Jahren haben die Niederlande weibliche Staatsoberhäupter. 1890 starb Wilhelm III., der bis heute letzte König. Ihm folgten Königinnen auf dem Thron: Wilhelmina (1890-1948), Juliana (1948-1980) und Beatrix (seit 1980). Mit dem 1967 geborenen Kronprinz Willem-Alexander steht wieder ein männlicher Thronfolger bereit.

    Das niederländische Königshaus Oranien-Nassau geht auf Wilhelm von Oranien (1533-1584) zurück, den die Niederländer «Vater des Vaterlandes» nennen. Der auch «der Schweiger» genannte Adelige war der wichtigste Führer im Unabhängigkeitskrieg gegen den spanischen König. Er hatte von seinem Onkel René de Chalon 1544 das Fürstentum Orange in Südfrankreich geerbt und damit den bis heute gebräuchlichen Titel Prinz von Oranien für den ältesten Königssohn.

    Der nach der Burg Nassau in Hessen benannte andere Teil der Dynastie hat Wurzeln, die bis zu Walram von Laurenburg im 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Verbindung zu niederländischem Gebiet entstand im Jahr 1403. Engelbert I., Graf von Nassau, Dietz und Vianden heiratete damals die wohlhabende Niederländerin Johanna von Polanen, Erbtochter von Breda im Herzogtum Brabant.

    Der Wiener Kongress begründete 1815 das Königreich der Niederlande. Bis dahin regierten Prinzen oder Statthalter. Zu dem neuen Reich unter Wilhelm I. gehörte zunächst auch Belgien, das sich aber 1831 zur selbstständigen parlamentarischen Monarchie erklärte. Ihre Arbeit erledigt Königin Beatrix seit 1984 im Palast Noordeinde in Den Haag, als Wohnsitz dient ihr der Palast Huis ten Bosch am nordöstlichen Rand der niederländischen Hauptstadt.

    Kronprinz Willem-Alexander löst Beatrix am 30. April an der Spitze der  niederländischen Monarchie ab. Erstgeborene der Königin wird der erste König der Niederlande  seit mehr als hundert Jahren sein.

    Die 75-jährige Beatrix hatte  Ende Januar nach 33 Jahren auf dem Thron ihre Abdankung  angekündigt.

    Weil sie diese peinliche Episode nur nach und nach zugaben, bekamen Friso und Mabel Ärger mit der Regierung. Notgedrungen erklärten sie sich damit einverstanden, dass die Regierung das Parlament nicht um Zustimmung zu ihrer Hochzeit bittet. Der Segen der Volksvertreter wäre für Friso die Voraussetzung gewesen, um weiter in der Thronfolge zu bleiben.

    Prinz Friso: Lebenslang im Koma?

    Aber auch ohne parlamentarisches Ja gaben sich die beiden am 24. April 2004 in Delft das Jawort. Aus den Schlagzeilen sind sie längst heraus. In den vergangenen Jahren waren sie ohnehin meistens in London. Das Paar hat zwei Töchter, die sechsjährige Luana sowie die fünf Jahre alte Zaria.

    Der Prinz liegt seit seinem Skiunfall im Februar im Koma und wird in einer Londoner Klinik behandelt. Nach dem Lawinenunglückl in Österreich bleibt der zweitälteste Sohn von Königin Beatrix womöglich dauerhaft im Koma. Seine Frau, Prinzessin Mabel, und die Königsfamilie müssen nun über die Zukunft des im Volk beliebten Friso entscheiden. Der Prinz wurde von Österreich nach London geflogen. Dort kam er in eine Spezialklinik. Man werde versuchen, mit der Rehabilitation zu beginnen, teilte das Königshaus mit. Friso werde optimal versorgt.

    Bei seinem Lawinenunfall erlitt er einen schweren Hirnschaden

    Die Leiden des niederländischen Königshauses

    Die niederländische Königsfamilie hat schon viel Leid ertragen müssen.

    2. Februar 2002: «Traumhochzeit» des Thronfolgers Willem-Alexander und seiner Braut Máxima aus Argentinien. Die Regierung untersagt die Teilnahme ihres Vaters, weil er einst der Militärdiktatur in Argentinien diente. Aus Solidarität bleibt auch Máximas Mutter der Zeremonie fern. Die Braut weint bei der Trauung bitterlich.

    6. Oktober 2002: Tod von Beatrix' Mann, Prinz Claus. Der frühere deutsche Diplomat stirbt nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Seine Leidenszeit begann bereits Anfang der 80er Jahre: Depressionen, später die Parkinsonkrankheit. Einer Prostataoperation folgt die Entfernung einer Niere. Schließlich erliegt er einer Lungenentzündung.

    24. April 2004: Johan Friso heiratet Mabel, deren Vergangenheit ihn protokollarisch herabstuft. In den 80er Jahren hatte Mabel ein Verhältnis mit einem Drogenboss. Weil sie die Bekanntschaft mit dem Kriminellen zu verheimlichen suchte, ist die Regierung verärgert und fragt das Parlament nicht um Zustimmung zu der Hochzeit. Das fehlende Ja der Volksvertreter kostet Friso seinen Platz in der Thronfolge.

    30. April 2009: Attentat auf Königin Beatrix: Ein schwarzer Kleinwagen rast am Königinnentag in der Stadt Apeldoorn auf den offenen Bus der Monarchin zu. Vor den Augen der königlichen Familie tötet er dabei sieben Menschen und prallt gegen ein Denkmal. «De Koningin, de Koningin», stammelt der Attentäter (38) blutüberströmt und stirbt. Nur Stunden später hält die geschockte Beatrix eine Fernsehansprache - sie wirkt um Jahre gealtert.

    Januar 2012: Ende der Mosambik-Affäre von Willem-Alexander. Für einen symbolischen Preis hat der Thronfolger eine 2007 erworbene Luxus-Villa am Indischen Ozean an eine Entwicklungskooperative verkauft. Das kostspielige Anwesen in dem armen afrikanischen Land löste vor dem Hintergrund der Finanzkrise heftige Kritik aus.

    17. Februar 2012: Johan Friso wird beim Skifahren in Österreich von einer Lawine verschüttet und erst nach etwa 20 Minuten befreit.

    24. Februar 2012: Schreckliche Diagnose: Der niederländische Prinz Johan Friso hat bei seinem Lawinenunfall einen schweren Hirnschaden erlitten und bleibt womöglich lebenslang im Wachkoma. Am 12. August 2013 stirbt er in Den Haag.

    Prinz Friso hat einen schweren Hirnschaden erlitten. Der 43-Jährige bleibt womöglich lebenslang im Koma. Der Sauerstoffmangel habe das Gehirn schwer geschädigt, teilten seine Ärzte mit. Selbst wenn er aus dem Koma aufwachen würde, werde seine Wiedereingliederung viele Monate dauern, wenn nicht gar Jahre, sagten die Ärzte.

    Prinz Friso: Niederlande geschockt

    Der Unfall hat eine Debatte über die Behandlung von Komapatienten angestoßen. Die einzige Reha-Klinik, das "Leijpark"-Klinikum in Tilburg, ist auf jüngere Patienten spezialisiert und behandelt nur Patienten, die jünger als 25 sind. Vincent Buitendijk von der Klinikverwaltung "Libra Zorggroup" erklärt, warum: Das Gehirn höre ab dem Alter von 25 Jahren auf, sich zu entwickeln. Es gebe dann auch keine Regeneration von Gehirnzellen mehr, sagte Buitendijk der Online-Nachrichtenseite "NU.nl".

    Frisos Frau Mabel und der Rest der Familie müssen sich auch mit der schwierigen Entscheidung befassen, ob lebenserhaltende Geräte abgeschaltet werden sollen, falls die Behandlung keine Wirkung zeigt. Für die Königsfamilie wäre diese Entscheidung aufgrund ihres besonderen Status in der Öffentlichkeit wohl noch schwieriger als sie eh schon ist, meinen Beobachter. AZ/dpa

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