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14. Dezember 2010 14:33 Uhr

Drogenbeauftragte

Alkohol in der Schwangerschaft: 10.000 geschädigte Kinder pro Jahr

Jedes Jahr werden in Deutschland 10.000 Kinder mit Fehlentwicklungen geboren - nur weil die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Die Bundesregierung will nun dagegen vorgehen.

Eltern sollten Alkohol nicht als Problemlöser nutzen
Foto: DPA

Mechthild Dyckmans, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat am Dienstag den Startschuss für die Erarbeitung einheitlicher Diagnoseleitlinien für das "fetale Alkoholsyndrom" (FASD) gegeben.

FASD ist die häufigste angeborene Fehlentwicklung geistiger und körperlicher Art, die nicht genetisch bedingt ist - und die zu 100 Prozent vermeidbar ist. Sie entsteht, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Noch schlimmer: Die Krankheit ist unheilbar.

Rund 10.000 Kinder werden im Jahr geboren, die durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt sind. 4000 davon werden mit dem sogenannten "FAS-Vollbild" geboren - das sind etwa doppelt so viele wie die Neugeborenen mit Down-Syndrom.

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Die Drogenbeauftragte will auch konsequente Hilfen anbieten - bevor es zu spät ist. "Alkohol muss während der Schwangerschaft tabu sein!", sagte Mechthild Dyckmans.

Kinder mit FASD leiden unter Beeinträchtigungen wie Minderwuchs oder Hörstörungen. Oftmals haben sie auch Herzfehler oder Gehirnschäden. Häufig leiden sie unter einer verminderten Intelligenz, Verhaltens-, Lern- und Schlaf-Störungen.

Viele dieser Behinderungen zeigen sich erst Jahre nach der Geburt, dazu gehören beispielsweise Konzentrationsschwächen oder ein gestörtes Sozialverhalten. Kinder mit FASD gelten oft als "hyperaktiv" und wegen eines unterdurchschnittlichen IQs als schlechte Lerner.

Laut Dyckmans existieren in Deutschland keine Standards für die Diagnose des fetalen Alkoholsyndroms. Auch in der Ärzteschaft sei das Wissen um diese Krankheit, ihre Symptome und Auffälligkeiten nicht weit genug verbreitet.

Dies will Mechthild Dyckmans ändern. Richtige Diagnosen sollen Kindern gezielt helfen. Deshalb habe sie die medizinischen Fachgesellschaften gebeten, wissenschaftlich fundierte Leitlinien für Deutschland auf der Grundlage des neuesten Forschungsstands zu erarbeiten. AZ

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