Beate Zschäpe, mutmaßliche Mitgründerin der NSU, hat eine Verlegung in ein anderes Gefängnis beantragt. Grund: Sie möchte näher bei ihrer Familie sein.


Die Verteidiger der 37-jährigen Beate Zschäpe hätten die Verlegung ihrer Mandantin aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln-Ossendorf beantragt, wo sie seit dem 13. November 2011 einsitzt, berichtet der Focus und beruft sich auf Justizkreise in Karlsruhe.
Zschäpe, die im Herbst angeklagt werden soll und als Mitgründerin der Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) gilt, habe gegenüber Ermittlern mehrfach betont, wie sehr sie an ihrer in Jena lebenden 88-jährigen Großmutter hänge und sich selbst als «Omakind» bezeichnet. Über ihren Verlegungsantrag muss nun der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Zschäpes Anwalt wollte sich laut Focus nicht dazu äußern.
Der mutmaßliche NSU-Helfer und frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben aus Jena ersuchte laut dem Magazin erfolgreich um seine Verlegung aus der JVA Wuppertal in ein wohnortnahes Gefängnis - er sitzt demnach seit April in Gräfentonna in Thüringen ein.
Dem NSU werden Morde an neun Männern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zur Last gelegt. Die Gruppe soll auch zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle verübt haben. Inwieweit Beate Zschäpe in die Taten involviert war, ist nicht komplett aufgeklärt.
Ein weiterer mutmaßlicher NSU-Helfer ist am Samstag zum neuen Vorsitzenden der rechtsextremen NPD in Thüringen gewählt worden. Der 31 Jahre alte Patrick Wieschke aus Eisenach erhielt beim Landesparteitag 48 von 54 Stimmen und löste den 67-jährigen Frank Schwerdt als Landesvorsitzenden ab. Wieschke soll Medienberichten zufolge Zschäpe für eine Nacht beherbergt haben. Er bestreitet das. dpa



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